Walternienburg l „Der Brief ist in der Post“, sagt Leader-Managerin Elke Kurzke. Gemeint ist die Förderung für den Neubau eines Gemeindezentrums in Walternienburg. Das Projekt wird von der örtlichen Kirchengemeinde vorangetrieben.

In den achtziger Jahren wurde die Kirche in Walternienburg abgerissen. In die Unterhaltung des Gebäudes wurde kaum etwas investiert. Nur die Glocken der Kirche blieben als Erinnerung erhalten.

Mit dem neuen Haus will die Gemeinde nicht nur für sich, sondern auch für den Tourismus etwas machen und als Anlaufstelle dienen. Seit Monaten wartet die Kirchengemeinde bereits auf den Zuwendungsbescheid, um mit dem Projekt beginnen zu können. Wenn jetzt die Fördermittel verbindlich zugesagt werden, sollen noch in diesem Jahr die ersten Arbeiten beginnen, sagt Elke Kurzke. Sie haben erst kürzlich mit der Architektin gesprochen, erzählt sie. Gut 288 000 Euro erhält die Kirchengemeinde aus dem Europaprogramm Leader für die Umsetzung des Projektes. Insgesamt soll der Neubau am Ortsausgang gut 360 000 Euro kosten, plant die Kirchengemeinde.

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Neben einem Ort für die Mitglieder der Kirchengemeinde soll das auf den Namen Arche getaufte Neubauprojekt ebenso eine Anlaufstelle für die Radtouristen im Ort sein.

Durch die Nähe zum Elberadweg besuchen jedes Jahr sehr viele Radfahrer Walternienburg. Die Burg ist dabei der erste Anlaufpunkt für die Radler, um sich über Walternienburg und die Region zu informieren. Mit der Arche kommt ein zweiter Anlaufpunkt für die Touristen dazu.

Auf die Attraktivität des Elberadweges könne dies nur positiv wirken, sind die Kirchenmitglieder überzeugt. Es wäre vor allem nicht das erste kirchliche Angebot an der Elbe. Nur wenige Kilometer entfernt, in Steckby, gibt es eine Radfahrerkirche.

Dort können die Radfahrer nicht nur innehalten, sondern Zeit für sich selbst finden. In einem Gästebuch schreiben sich jährlich viele Besucher ein und geben so einen Einblick, aus welchen Landesteilen die Radler so kommen.

Für das Bauprojekt in Walternienburg könnte die nun erst spät verschickte Fördermittelbestätigung noch zu einem Problem werden. Denn seit einigen Monaten steigen die Kosten auf dem Bau stark an.

Viele Bauprojekte suchen zurzeit nach Bauunternehmen, bestätigt Elke Kurzke. Da die Kapazitäten der Baufirmen begrenzt sind, finden sich aktuell für einige Vorhaben kaum noch Anbieter, weiß sie ebenfalls.

Die gute Auftragslage könne dazu führen, dass die Kosten für einige Vorhaben nun teurer werden, schätzt sie den Markt aktuell ein. Mitunter werde die Auftragsvergabe gar unmöglich gemacht, wenn sich kein Unternehmen auf ausgeschriebene Aufträge bewerbe, hat sie bereits aus der Branche gehört.

Davon gehe sie bei dem Projekt in Walternienburg nicht aus, ist sie zuversichtlich. Weil die Kirche lange auf den positiven Fördermittelbescheid warten musste, verlängere sich zudem die Zeit bis zur Fertigstellung des Gebäudes. Für die ganze Region sei die Arche aber in jedem Fall ein Zugewinn, freut sich Elke Kurze, dass es mit dem Projekt geklappt hat.

Schließlich sind die Leader-Mittel dafür gedacht, den ländlichen Raum zu stärken. Mit dem Geld soll sowohl die Infrastruktur als auch die Zahl der Arbeitsangebote verbessert werden, damit die Menschen nicht weiter in die Ballungszentren abwandern, lautet eines der Ziele.