Natho l Wassermangel, Stürme und großflächige Schäden durch Insekten machen den Wäldern zunehmend zu schaffen. Nicht nur für Leute vom Fach sind die Schäden offensichtlich. Erschreckende Bilder aus dem Harz machen die Runde, aber auch in unserer Region ist sichtbar, wie die Wälder Schaden genommen haben. Dem muss man entgegen wirken. Durch den globalen Klimawandel werden sich künftige Baumartenzusammensetzungen in den Wäldern verändern. Um die vielfältigen Waldfunktionen gewährleisten zu können, sind Waldflächen dauerhaft in Bestockung zu halten, erläuterte es Robert Klose, der Landesgeschäftsführer Sachsen-Anhalt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ist.

Die SDW startete am Mittwoch eine Pflanzaktion im Wald hinter Natho. Die Pflanzung zur Nachhaltigkeit ist bezeichnend für die Notwendigkeit des Waldumbaus in Sachsen-Anhalt. „Es geht um die Entwicklung von klimastabilen und zukunftsfähigen Waldbeständen“, machte Robert Klose deutlich.

1000 Esskastanien gepflanzt

Eine zwei Hektar große Fläche mit massiven Schäden war ausgewählt worden. Unter dem Schirm verbliebener hoher Kiefern wurden 1000 junge Esskastanien und 200 Schwarznussbäume gepflanzt. Ein zukunftsfähiger Mischbestand soll hier wachsen. Die natürliche Verjüngung steuert weitere Baumarten bei. Ein etagenweiser Waldaufbau wird angestrebt, weg von hochgeschossenen Monokulturen.

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Mit Pflegemaßnahmen und Durchforstung werden irgendwann 80 bis 100 Bäume im Endbestand auf der Fläche angestrebt. Doch bis dahin vergehen Jahre, in denen der Waldumbau an vielen anderen Stellen voran getrieben werden muss.

Viele angehende Fortwirte im Einsatz

Im Rahmen des SDW-Projektes „DeinWald“ konnte die Pflanzaktion mit Unterstützung durch das Hamburger Unternehmen KlimaInvest Green Concepts GmbH und in Kooperation mit den Betreuungsforstämtern Dessau, Annaburg und Nedlitz durchgeführt werden. Von der SDW waren einige Akteure im Einsatz. Und auch die amtierende Waldkönigin von Sachsen-Anhalt Christiane Heinrichs-Vogel ließ es sich nicht nehmen, die Aktion zu begleiten und zu helfen.

Außerdem waren vier Lehrlinge – angehende Forstwirte im zweiten Lehrjahr – des Betreuungsforstamtes Dessau und ihr Ausbilder eingebunden. Eigentlich sollte eine Klasse, die im Waldeinsatz am Spitzberg ist, mitmachen. Doch das war coronabedingt nicht möglich, bedauerte Annetta Matthias, die Leiterin vom Jugendwaldheim Spitzberg. Im Objekt gibt es derzeit keine Belegung. Von sonst 40 konnten in diesem Jahr nur acht Durchgänge stattfinden, so Annetta Matthias. Sechs waren es bis März und nochmal zwei im Oktober. Auch Waldjugendspiele wurden keine veranstaltet in diesem Jahr. Die Mitarbeiter waren derweil in den Revieren mit im Einsatz und haben am Jugendwaldheim und auf dem Erlebnispfad am Spitzberg notwendige Reparaturen und andere Arbeiten durchgeführt.

Wald steht seit 1947 im Fokus

Gestern fand gleich die nächste Pflanzaktion der SDW im Burgenlandkreis statt. Seit 1947 schon steht der Wald im Mittelpunkt der Arbeit der SDW, die rund 25.000 Mitglieder in etwa 400 Gruppen hat und die aktive Naturschutzarbeit leisten. Es geht dabei nicht allein um den Schutz des Waldes. Den Menschen sollen Wald und Umwelt näher gebracht werden. Kinder und Jugendlichen stehen im Mittelpunkt des Engagements.