Kräuter kennenlernen

Umweltzentrum Ronney lädt wieder zu Veranstaltungen ein: Auf Kräuterwanderung durch die Elbaue

Bei herrlichem Wetter konnte im Umweltzentrum Ronney die erste Veranstaltung nach der Corona-Pause durchgeführt werden. Es ging auf Kräuterwanderung durch die Elbaue.

Von Petra Wiese
Die Zerbster Frauen hatten  Körbchen mitgebracht, um einige Kräuter von der Wanderung mit nach Hause zu nehmen.
Die Zerbster Frauen hatten Körbchen mitgebracht, um einige Kräuter von der Wanderung mit nach Hause zu nehmen. Foto: Petra Wiese

Ronney - Ob Unkraut oder Wildkraut muss jeder selber entscheiden. Der Tisch der Natur ist reichlich gedeckt, wenn es um nützliche Pflanzen geht. Nur muss man sie kennen. Das Umweltzentrum Ronney hatte am Freitagnachmittag zu einer Kräuterwanderung eingeladen. Es war die erste Veranstaltung nach der coronabedingten Pause. Um die 20 Teilnehmer hatten sich schon im Vorfeld angemeldet und konnten auch Impfausweis, Genesung oder Test nachweisen. 

Projektbetreuerin Kerstin Schlüter führte die Gruppe. Eine Planänderung gab es zur Strecke. Über die eine Wiese hätten die Leute durch hüfthohes Gras laufen müssen, weshalb zunächst die andere Richtung auf dem Elberadweg eingeschlagen wurde. Gleich an der Informationstafel war auch schon der Giersch zu finden. Sehr vitaminhaltig, besonders Vitamin C und Eisen enthält die Pflanze. „Macht sich gut im Smoothie“, so die Empfehlung von Kerstin Schlüter.

Kräuter kann man das ganze Jahr sammeln

Wilder Hopfen sorgte gleich für den nächsten Stopp. Die Brennnessel stellte Kerstin Schlüter als ihr Lieblingswildkraut vor. Wie man die Pflanze anfasst, ohne sich zu verbrennen, zeigte sie den Teilnehmern. „Kräuter gibt es das ganze Jahr“, erläutert die Fachfrau. Kein Problem also, dass die Wanderung jetzt erst stattfand. Die meisten Teilnehmer hatten kleine Körbchen dabei, um ein paar der Pflanzen für den Eigenbedarf mitzunehmen. Vom gemeinsamen Verarbeiten und Verkosten musste diesmal noch Abstand genommen werden.

Schöllkraut, Wiesenlabkraut, Beinwell, Spitzwegerich, Hornkraut, Sternmiere und Wiesenkümmel waren weitere Pflanzen entlang des Weges, der dann zurück an der Elbe führte. Kerstin Schlüter erklärte die wichtigsten Erkennungsmerkmale der einzelnen Pflanzen, ihre Besonderheiten und wofür sie sich verwenden lassen. Wichtig war es ihr, auf die Verwechsler hinzuweisen. Manchmal sind sich Pflanzen äußerlich ähnlich, aber die Falsche kann am Ende giftig sein. Nur Pflanzen verwenden, wo man sich sicher ist, riet die Projektbetreuerin deshalb.

Endlich konnte wieder eine Veranstaltung durchgeführt werden. Die Nächste gibt es gleich am 11. Juni. Da geht es mit Ernst Paul Dörfler auf vogelkundliche Wanderung in die Elbaue. Um 16 Uhr ist Treffpunkt am Umweltzentrum. Um Anmeldungen wird gebeten – Telefon 039247/413. Am 18. Juni nimmt dann die Kräutermanufaktur wieder ihre Arbeit auf. Im Mittelpunkt soll das Johanniskraut stehen.

Projekte wieder drinnen

Die weiteren Veranstaltungen sollen nach dem zum Jahresauftakt festgelegten Plan durchgeführt werden. Auch drinnen dürfen wieder Projekte stattfinden – mit zehn Teilnehmern nach letztem Stand. Das wird man dann anpassen, wenn es weitere Lockerungen gibt. Derweil dürfen aber auch Schulklassen wieder die Angebote der Einrichtung wahrnehmen. Übernachtungen sind möglich.

Die Schulen sind sehr zurückhaltend, so Kerstin Schlüter. Ein paar Anmeldungen gibt es zu Tagesangeboten bis Mittag. Private Events stehen dagegen einige im Buch, aber auch hier sind noch ein paar Wochenenden frei, an denen das Haus genutzt werden kann. Die erste Gruppe war am vergangenen Wochenende schon vor Ort. Ein Freundestreffen, sieben junge Erwachsene mit zwei Babys.  Anne und Conrad Kubernath, die in Pretzien wohnen, freuten sich, dass das kurzfristig geklappt hat. Eigentlich trifft sich die Truppe einmal im Jahr am Herrentag. Das musste jetzt zweimal ausfallen. Die Inzidenzzahlen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld waren nun günstig genug, um endlich wieder zusammen zu kommen. Im Umweltzentrum konnte gebucht werden. An Ronney erinnerte man sich nämlich noch aus Kindertagen. Der Gödnitzer Conrad Kubernath war in Walternienburg zur Schule gegangen. 

Drei Sommercamps finden in Ronney bald statt

Aus Bamberg war die am weitesten gereiste Teilnehmerin in der Freundesrunde. Vom Zocken kennt man sich. Spiele wie World of Warcraft oder Dungeons and Dragons ließen Freundschaften entstehen. In Ronney standen Brettspiele, Wandern und Lagerfeuer auf dem Programm – und die Kräuterwanderung.

Nicht mehr lange, und es sind auch schon wieder Schulferien. Drei Sommercamps – immer unter dem Aspekt der Umweltbildung – finden in Ronney statt. Der erste Durchgang ist voll, so Kerstin Schlüter. Im zweiten Durchgang für bis zu zehnjährige Schüler sowie im dritten Durchgang für die Elf- bis 13-Jährigen sind noch Plätze frei.

Zwangspause gut genutzt

Die Zwangspause haben die Mitarbeiter des Umweltzentrums natürlich nicht untätig verbracht. Zum einen musste der Garten in Schuss gehalten werden, zum anderen wurden neue Projekte ausgearbeitet. Neu wäre ein Seminar zum  ökologischen Pflanzenschutz gewesen. Das stand ursprünglich am vergangenen Wochenende auf dem Plan, soll nun später angeboten werden. Auch das Johanniskraut als Thema der Kräutermanufaktur ist neu. Dort wird sich ein Nachmittag bald auch speziell mit Gartenkräutern beschäftigen.

Projektbetreuerin Liane Voß hat sich derweil mit veganer Ernährung und anderen ernährungsrelevanten Themen beschäftigt. Während sich Kerstin Schlüter online zur Natur- und Umweltpädagogin weiter gebildet hat, steht für Liane Voß noch die Imkerausbildung an. Ein Bienenvolk wird derzeit im Umweltzentrum betreut.

Im Objekt hat sich in den vergangenen Monaten auch etwas getan. Hausmeister Detlef Heinemann hat alles renoviert, Fenster und Wände in den Räumlichkeiten gestrichen. Auch auf dem Außengelände ist alles in Schuss. Die Gäste können kommen. Die Mitarbeiter des Umweltzentrums sind seit der vergangenen Woche auch wieder an der Zerbster Sekundarschule, um dort Arbeitsgemeinschaften durchzuführen.

Mehr Infos unter www.umweltzentrum-ronney.de

Projektbetreuerin Kerstin Schlüter machte mit den Pflanzen der Elbaue bekannt.
Projektbetreuerin Kerstin Schlüter machte mit den Pflanzen der Elbaue bekannt.
Foto: P. Wiese
Der Freundeskreis verbrachte das ganze Wochenende im Umweltzentrum.
Der Freundeskreis verbrachte das ganze Wochenende im Umweltzentrum.
Foto: Petra Wiese