Töppel l „Ideal wäre eine 70er Zone“, meint Thomas Wenzel. Der Moritzer Ortsbürgermeister nutzt seine Funktion als Mitglied des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses, um auf dessen jüngster Sitzung die aus seiner Sicht kritische Verkehrssituation auf der B 184 am Abzweig Töppel anzusprechen. Seit geraumer Weile setzt er sich bereits für eine Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Kreuzungsbereich der Bundesstraße ein. Aus seiner Sicht würde die Tempobegrenzung das Unfallrisiko senken.

Erst am 31. Juli ereignete sich gegen 17 Uhr an eben jenem Abzweig ein Verkehrsunfall, bei dem ein Skoda wohl ungebremst auf einen abbiegenden Renault aufgefahren ist, wie Wenzel dem Gremium schildert. Bei diesem Zusammemstoß sei der Skoda-Fahrer verletzt worden. Die Autos mussten abgeschleppt werden. Für die Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge seien die B 184 und auch die Kreisstraße in Richtung Töppel kurzzeitig gesperrt worden, so der Ortsbürgermeister.

Einmündung keine Unfallhäufungsstelle

„Ich appelliere deshalb zum wiederholten Mal an die Landesstraßenbaubehörde, Maßnahmen zu ergreifen, die dortige Situation zu entschärfen“, lässt Wenzel protokollieren. „Ideal wäre natürlich eine Linksabbiegerspur in Richtung Töppel, aber auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre schon hilfreich“, führt er anschließend gegenüber der Volksstimme aus, die die Anfrage an die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) weiterreicht.

Bislang sei die Einmündung nach Töppel nicht als „Unfallhäufungsstelle auffällig“, antwortet Oliver Grafe, Leiter des LSBB-Regionalbereiches Ost. „Inwieweit die Einmündung mit einer Geschwindigkeitsreduzierung zu versehen wäre, bliebe einer Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Polizei vorbehalten, wäre aber grundsätzlich denkbar.“ Grafe sagt zu, die Thematik mit den benannten Behörden zu erörtern.

Tempolimit abhängig von Resultaten

Von diesen Gesprächen und ihren Ergebnissen hängt ab, ob ein Tempolimit in diesem Bereich analog zur Moritzer Mühle verhängt wird oder ob womöglich sogar eine Linksabbiegerspur wie am Abzweig nach Moritz denkbar wäre. Ein solcher Um- und Ausbau würde grundlegende planerische Überlegungen voraussetzen, erläutert der Regionalbereichsleiter.

Das beinhaltet unter anderem eine Verkehrszählung und die Ermittlung von Sicherheitsdefiziten, „um die sich daraus ergebende Knotenpunktform ableiten zu können“, wie es Grafe formuliert. Sprich, ob beispielsweise eine Abbiegespur oder eine Ampelkreuzung errichtet wird. „Sollte ein grundlegender Um- und Ausbau von Nöten sein, wird sich ein entsprechendes mehrjähriges Planungs- und Baurechtsschaffungsverfahren anschließen, bevor es zu einer baulichen Realisierung kommen kann“, gibt er allerdings zu bedenken.

Landkreis sieht keinen Bedarf

Während die LSBB der Forderung von Thomas Wenzel offen gegenüber steht, hat der Landkreis bereits eine klare Meinung: Er sieht keinen Anlass für eine Geschwindigkeitsreduzierung. Im Gegenteil: Die vorhandene Beschilderung – also der alleinige Hinweis auf den Abzweig Töppel – reicht aus, wie Kreissprecher Udo Pawelczyk konstatiert.

Wie er darlegt, dienen Bundesstraßen dem überörtlichen Verkehr und dieser soll zügig fließen. Zur Verkehrssicherheit könne das Tempolimit reduziert werden, schickt Pawelczyk gleich das Aber hinterher: Denn laut Gesetzgebung sollen Geschwindigkeitsbeschränkungen nur dann angeordnet werden, wenn Unfalluntersuchungen ergeben haben, dass häufig geschwindigkeitsbedingte Unfälle aufgetreten sind. „Laut Auskunft des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld ereignete sich in den Jahren 2014 bis 2019 am Knotenpunkt Töppel lediglich ein Unfall“, bezieht sich der Kreissprecher auf den Stand vom März 2019.