Barby l Nicht nur Autos müssen regelmäßig zur technischen Überprüfung. Auch Schiffe unterliegen strengen Sicherheitsbestimmungen. Auch Fährschiffe müssen regelmäßig in die Werft. Die Elbfähre Barby ist deshalb seit einigen Wochen nicht verfügbar. Die Stadt Barby, als Betreiber der Fähre hat das kleine Schiff zur sogenannten Landrevision abholen lassen, sagt der zuständige Bauamtsleiter im Barbyer Rathaus, Holger Goldschmidt.

Dort befindet sich das Schiff noch immer, bestätigt er. Nach der ersten Untersuchung des Schwimmkörpers hätten sich noch einige Nachträge und Forderungen ergeben, erzählt er. So werden die Anlegeklappen an dem Fährschiff neu gemacht.

Einige Umbauten sind vorgesehen

„Das Schiff passt nicht in die Halle der Werft. Die Klappen wurden daher abmontiert und werden dort erneuert“, sagt er. Grundsätzlich werde das Fährschiff sandgestrahlt und anschließend mit einer Rostschutzfarbe und einem neuen Farbanstrich versehen. Die Landrevision ist nicht ganz preiswert. Rund 143 000 Euro wird die Werft für den mehrwöchigen Aufenthalt in Rechnung stellen, sagt er.

Dafür erhält die Elbestadt ein grundauf renoviertes Schiff. Auch einige Umbauten sind vorgesehen. So sollen die Ketten an den Zufahrten verschwinden, kündigt er an. Dafür werden jetzt Schranken aufgebaut.

Die größte Neuerung ist allerdings für die Benutzer kaum zu erkennen, erzählt er weiter. Die beweglichen Klappen werden die Haken ausgerüstet. Die Fähre soll sich sozusagen selbständig am Ufer festhalten können. Das sei jetzt für alle Fähren die aktuelle Vorschrift, fährt er fort. Vor allem aber könne die Stadt dadurch auf einen Mitarbeiter verzichten. Anstatt mit zwei Fährleuten könne der Betrieb nun mit einem Mitarbeiter abgedeckt werden.

Die Personaleinsparung von 50 Prozent hat für die Stadt vor allem finanzielle Vorteile. Denn kostendeckend fuhren die insgesamt drei Fähren der Stadt in den vergangenen Jahren nicht. Lediglich die Barbyer Elbfähre konnte die Kosten decken. Die Elbfähre in Breitenhagen und die Saalefähre in Groß Rosenburg fährt jedes Jahr ein Defizit ein.

Wenn die Stadt die Mindestbesatzung auf den drei Fähren reduzieren kann, könnte der Fährbetrieb vielleicht in Zukunft kein Finanzloch mehr in den Stadtetat reißen.

Bis die Fähre zwischen Walternienburg und Barby wieder verkehrt, müssen sich die Autofahrer noch etwas gedulden. Erst am 11. Dezember wird das Schiff zurück erwartet, sagt Holger Goldschmidt. Voraussetzung sei aber, dass nichts mehr dazwischenkommt. Wichtig seien dabei vor allem die Außentemperaturen, erzählt er.

Erst ab einer Mindesttemperatur könne die Werft Lackierarbeiten durchführen. Voraussichtlich zwischen dem 13. und 14. Dezember könne die Fähre den Betrieb wieder aufnehmen, schätzt er ein. Bevor das Schiff wieder Fahrzeuge und Passagiere über die Elbe befördern darf, seien Testfahrten vorgeschrieben.

Wenn die Werft das Fährschiff am 11. Dezember nach Barby schleppt, nehmen die Arbeiter anschließend die Breitenhagener Elbfähre mit. Die Gierseilfähre wird wie das Schwesterschiff dann ebenfalls der Landrevision unterzogen. Für etwa zwei Monate, rechnet Holger Goldschmidt, sei das Fährschiff dann mindestens weg. Bleibe es lange kalt, könne sich die Zeit noch deutlich verlängern, warnt er.

Kommt die Fähre im Februar wieder, geht anschließend das dritte Fährschiff der Kleinstadt mit in die Werft. Die Saalefähre ist ebenfalls für die Landrevision fällig.

Für die Pendler ist der Ausfall der Elbfähre bei Barby zurzeit mit erheblichen Umwegen verbunden. Zumal die Strecke über Gommern und Schönebeck, wo die nächste Elbbrücke für Fahrzeuge in Richtung Magdeburg steht, durch Straßenbauarbeiten nur schwer zu erreichen ist.

Zahlreiche Umleitungen warten hier auf die Autofahrer. Da ein Ausweichen auf die Elbfähre nicht möglich ist, gibt es bereits reichlich Ärger in den Kommunen, durch die die Umleitung verläuft.

Pendler ärgern sich

Viele Pendler ärgert dabei vor allem, dass die Straßenbauvorhaben ausgerechnet in die Zeit der Landrevision der Fähre fällt. Bei einer Abstimmung unter den Behörden wäre es dazu offenbar nicht gekommen, vermuten nicht wenige Pendler.

Die Barbyer Elbfähre nimmt einen erhebliche Teil des Verkehrs ansonsten. Lediglich Radfahrer und Fußgänger haben auch ohne das Fährschiff die Möglichkeit, die andere Elbseite zu erreichen. Für sie steht in einiger Entfernung noch die alte Eisenbahnbrücke über die Elbe. Sie steht den Radfahrern und Fußgängern ganzjährig offen, um über den Fluss zu gelangen.

In naher Zukunft soll die Brücke anstatt der Schienen einen breiten Weg erhalten, planen die neuen Eigentümer der stillgelegten Eisenbahnstrecke.