Zerbst l Anwohner der Haselopstraße haben sich vor einiger Zeit an die Lokalredaktion gewandt, um auf die Verkehrssituation in ihrem Wohngebiet aufmerksam zu machen. „Es ist manchmal kaum mit anzusehen wie einige Verkehrsteilnehmer durch diese engen Straßen rasen“, ist Lothar Hebäcker sauer.

Gefahr für Kinder

Am Anfang der Straße sei eine Kita und am Ende der Straße das Francisceum. Überall in den Straßen ist die rechte Seite den gesamten Tag zugeparkt, was eine weitere Gefahr darstelle. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn plötzlich ein Kind zwischen den parkenden Autos auf die Fahrbahn läuft“, sorgt sich Hebäcker.

Er selbst habe eine sechsjährige Enkelin, die in die Kita Heide geht und auch in der Haselopstraße wohnt. „Also wenn hier in diesem Bereich nicht Tempo 30 angebracht ist, wo dann?“, fragt Lothar Hebäcker besorgt.

Krefelder Kissen

„Ich wäre froh wenn es hier endlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung geben würde“, erklärt auch Anwohner Lars Schlegel. Manche Autofahrer seien noch nicht richtig in die Haselopstraße eingebogen, da werde schon auf das Gaspedal getreten.

Schlegel würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und zusätzlich mindestens zwei Krefelder Kissen (eine Bremsschwelle beziehungsweise eine quer zur Fahrtrichtung angeordnete bauliche Erhebung auf der Fahrbahn, die zu einer Geschwindigkeitsdämpfung führt und damit zur Verkehrsberuhigung beiträgt) wie in Zerbst Nord errichten. „Ein Kissen wäre direkt am Eingang zur Kita angebracht, ein weiteres vielleicht kurz vor der Einmündung zur Rennstraße“, schlägt Lars Schlegel vor.

Auch Tom Hebäcker macht sich Sorgen. "Hier sind so viele Kinder und Jugendliche unterwegs, sowohl an der Kita als auch im Umfeld der Schule, dass meiner Meinung nach im gesamten Carré Tempo 30 angebracht wären“, sagt Tom Hebäcker.

Künftig Tempo 30 geplant

Und genau das ist der Plan. „Im Frühjahr wird es ein Gespräch mit dem Landkreis, der Polizei und der Stadt geben“, erklärt Kerstin Gudella, Ordnungsamtsleiterin in der Zerbster Stadtverwaltung, auf Nachfrage.

„Wir planen das gesamte Wohngebiet zur 30iger Zone zu machen“, so Gudella weiter. Dies beträfe dann die Heide, die Rennstraße, Haselopstraße, Lüttge Brüderstraße, die Brüderstraße und den Markt, also das gesamte Gebiet zwischen Heide und der Bundestraße sowie zwischen der Stadtmauer und dem Markt.

„Der verkehrsberuhigte Bereich auf dem Markt werde dann durch Tempo 30 ersetzt", erläutert die Ordnungsamtsleiterin. Gleichzeitig werde in diesem Jahr auch die Parkbewirtschaftung mittels Automaten auf dem Markt wieder eingeführt. So würde im gesamten nördlichen Stadtgebiet eine einheitliche Regelung geschaffen. „Nach dem Gespräch mit Polizei und Landkreis wird dann entschieden, wie es weitergeht“, sagt Kerstin Gudella.

Rücksichtnahme

Auch Bürgermeister Andreas Dittmann unterstützt die Pläne, das gesamte Gebiet nur noch mit Tempo 30 befahren zu dürfen. „Ich hoffe, dass wir damit einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

Gerade im direkten Umfeld einer Kita und des Francisceums soll damit ein größeres Maß an Rücksichtnahme gewährleistet werden“, betont Dittman. Mit dem Vorschlag, den Bereich insgesamt zu regeln, wolle die Stadt außerdem den Schilderwald eindämmen.

Würde der Plan umgesetzt, wäre die gesamte Innenstadt innerhalb der Stadtmauer eine 30 Zone, ausgenommen der B 184.