Zerbst l Nachdem bekannt wurde, dass ein am Helios-Klinikum Zerbst praktizierender Arzt nach einem Italien-Urlaub positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hat der Landkreis Anhalt Bitterfeld am Montagnachmitag über das weitere Vorgehen informiert: "Nach Beratung am Montag wurde Seitens des Landkreises festgelegt, dass alle Kollegen des Infizierten Arztes, die engeren Kontakt mit ihm hatten verpflichtet werden, bei der Arbeit einen Mund- Nasenschutz zu tragen. Desweiteren wird bei diesen Personen täglich ein Abstrich entnommen und ein Test durchgeführt", sagte Bernhard Bödekker, stellvertretender Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld auf einer Pressekonferenz. Dies betreffe 30 bis maximal 40 von den insgesamt rund 200 Mitarbeitern. Der Arzt hat nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub fünf Tage in der Klinik gearbeitet.

Bei Kollegen der Kategorie zwei, die Kontakt mit dem Infizierten hatten, aber eben keinen engeren, gelte das Gleiche, nur werde hier erst bei möglichen Symptomen getestet und isoliert.

75 Patienten in Zerbst

„Patienten, die im engeren Kontakt mit dem infizierten Arzt waren, werden getestet und entweder im Krankenhaus isoliert, oder in die häusliche Quarantäne entlassen, wenn dort die Versorgung möglich ist", erläuterte Bödekker weiter. Bei der Kategorie zwei würden erst dann Tests durchgeführt, wenn Symptome auftreten sollten. So lange werde eine Kontaktreduktion, jedoch keine Isolierung empfohlen. Patienten, die keinen Kontakt mit dem infizierten Arzt hatten, würden, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt, ganz normal aus der Klinik entlassen. Im Moment seien 75 Patienten in der Klinik stationär in Behandlung.

„Das heißt: das Krankenhaus wird auch am Montag und Dienstag keine Patienten aufnehmen oder verlegen können und keine Besucher ins Haus lassen", so Bödekker. Der Personalaustausch solle insgesamt so gering wie möglich gehalten werden. Patienten würden erst einmal weiterhin in die umliegenden Krankenhäuser gebracht.

Von einem Teil der Tests lägen die Ergebnisse bereits vor. Sie seien alle negativ. „Wenn die restlichen Ergebnisse am Dienstag vorliegen, werden wir erneut beraten und entscheiden, wie es weiter geht", betonte Bödekker. Man könne das im Moment aber noch nicht genauer abschätzen. Auf Volksstimme-Nachfrage, wieso denn nach wie vor Besucher im Haus sind obwohl angeordnet ist, die Klinik für Besucher zu sperren, antwortet der stellvertretende Landrat: „Das habe ich vorhin von Seiten der Klinik noch anders gehört. Wir werden das recherchieren."

Notnummer für den Kreis

Auf die Volksstimme-Frage, wieso der infizierte Arzt hat sich nicht sofort testen lassen, oder wenigstens einige Tage zuhause geblieben ist, sagt Bödekker: „Die Empfehlungen des Robert Koch Institutes (RKI) sind da eindeutig. Es müssen zwei Dinge zusammenkommen, erstens die Rückkehr aus einem Risikogebiet, wobei diese Region zu diesem Zeitpunkt nicht als Risikogebiert galt – und zum anderen, es müssen Symptome auftreten", sagte Bödekker. Die Rückkehr aus einem Gebiet sein kein Grund, eine besondere Sorge zu haben.

Die Frage nach Absagen von Großveranstaltungen stelle sich momentan im Landkreis nicht, da bis Mai keine solchen anstehen, so Bödekker auf eine entsprechende Nachfrage. „Der Landkreis wird natürlich weiterhin über den aktuellen Stand informieren", versicherte Bödekker.

Der Landkreis hat zusätzlich seit einigen Tagen eine Informationshotline eingerichtet und Handlungsempfehlungen auf seiner Homepage veröffentlicht. Die Hotline des Landkreises ist unter 03496/601234 wochentags von 8 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 8 bis 16 Uhr zu erreichen.