Nachhaltiges Gärtnern

Was jeder für die Pflanzen- und Tierwelt tun kann: Wilde Wiesen als artenreicher Lebensraum anbauen

10.08.2021, 09:55
Wer Platz hat, kann die Wiese einfach mal wachsen lassen.
Wer Platz hat, kann die Wiese einfach mal wachsen lassen. Foto: Petra Wiese

Niederlepte (pwi) - Es sind die kleinen Dinge, die zählen. Viele kleine Dinge ergeben am Ende etwas Großes. Was kann jeder tun für Flora und Fauna? Wie man auf großem Gelände, kleinen Grundstücken, in Kleingärten oder hinterm Haus Inseln für Pflanzen und die Tierwelt schaffen kann, weiß Marietta Klüdtke. Die Biologielehrerin aus Niederlepte kümmert sich um den Bibelgarten, den Lehrpfad Niederlepte und andere Naturprojekte. Wer Platz auf dem eigenen Grundstück hat, der darf es auch ruhig in einer Ecke mal wachsen lassen.

Wiesen sind nämlich ein artenreicher Lebensraum, der nur durch die Pflegemaßnahmen des Menschen erhalten werden kann. Ohne Einfluss des Menschen werden durch Samenflug oder Vögel, die Samen auf der Wiese verstreut oder ausgeschieden, so dass eine Strauch- und Baumschicht entsteht. Man unterscheidet verschiedene Typen an Hand des Bodens und der Bodenfeuchtigkeit.

Zum Beispiel gibt es die Feuchtwiesen, die einen hohen Grundwasserspiegel aufweisen, die häufig aus Torf- oder Humusboden bestehen und wo Sumpfdotterblumen, Wasserschwertlilien und Sumpfvergissmeinicht wachsen. Wildwiesen wachsen auf gutem Boden bei normalem Wasserspiegel. Auf ihnen gedeihen Wildmargeriten, Rotklee und Wiesensalbei. Auf trockenen und sandigen Böden findet man dann Magerrasen, wo Habichtskraut, Nachtkerzen und Sandstrohblumen wachsen.

Pflanzen wachsen, blühen und bilden schnell Samen

Auf diesen wild wachsenden Wiesen vertragen die Pflanzen einen starken Rückschnitt in der Vegetationszeit. Die Pflanzen wachsen, blühen schnell und bilden Samen. Insekten ernähren sich vom Nektar und bestäuben gleichzeitig die Blüten. Die Vögel ernähren sich von den Samen der Pflanzen. Bodenbrüter bauen ihre Nester und tarnen sich beim Brüten in den Pflanzen der Wildwiese.

Viele Wirbellose, wie Schnecken, Käfer, Spinnen oder Heupferde haben in der Wildwiese ihren Lebensraum. Igel, Marder und Mäuse finden Nahrung oder jagen ihre Beute. Rehe und Kaninchen fressen von den verschiedenen Wiesenpflanzen. Der Maulwurf gräbt sich sein unterirdisches und weit verzweigtes Gangsystem und vertilgt viele schädliche Insekten.