Zerbst l Es ist gerade eine Woche her, da hat die Zerbster Volksstimme ganzseitig über das zunehmende Müllproblem in der gesamten Einheitsgemeinde berichtet. Nun haben sich schon wieder Bürger an die Lokalredaktion gewandt. Sie haben jede Menge illegal entsorgten Unrat an einem Feldweg nahe dem Amtsmühlenweg gefunden, darunter auch giftigen Asbest.

„Es kann doch nicht sein, dass Menschen einfach ihre Fernsehgeräte, beutelweise benutzte Babywindeln und Säcke voller Hausmüll in der Landschaft entsorgen“, ärgert sich ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Bewohner der Siedlung gingen hier jeden Tag mit ihren Kindern und Hunden spazieren gehen und fast täglich wüchsen die Müllberge.

„Die Leute sind so skrupellos, jetzt legen sie sogar giftige und krebserregende Asbestplatten hier ab“, schildert der junge Mann fassungslos und fragt: „Machen sich diese Leute denn überhaupt keine Gedanken über das, was sie anrichten? Schließlich leben hier auch Rehe, Hasen und andere Wildtiere, ganz zu schweigen von unseren Kindern und unseren Haustieren?“

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Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella zeigt sich entsetzt über die Entwicklung in der Stadt. Gudella: „Was wir im Moment in Sachen illegaler Müllentsorgung im Stadtgebiet erleben, spottet jeder Beschreibung.“ Dass jetzt sogar Asbest in der Landschaft entsorgt wird, empfindet sie als „große Sauerei“. „Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben sich den Ablageort an dem besagten Feldweg angesehen“, sagt die Ordnungsamtsleiterin. Sie habe den Landkreis informiert. „Die Asbestplatten werden in den nächsten Tagen durch die Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke entsorgt“, erklärt Gudella. Das Problem: Nur selten würden die Müllsünder auf frischer Tat ertappt oder könnten später ermittelt werden. Die Kosten für die Entsorgung von illegal abgelegtem Müll würden am Ende die Kommunen oder Landkreise tragen – also alle Bürger.

Vor fast genau einem Jahr haben die Kinder- und Jugendfeuerwehren der Einheitsgemeinde mit ihrem ersten Umwelttag schon auf das Müllproblem aufmerksam gemacht. 130 Kinder und Jugendliche sind damals ausgerückt, um illegal entsorgte Müllsäcke, Autoräder, Kabel, Glasscheiben, ja sogar Elektrogroßgeräte einzusammeln.

Wo liegt weiterer Müll?

Mehrere Container hat der Feuerwehrnachwuchs mit Müll gefüllt. „Am 13. April werden wir diese Aktion wiederholen“, sagt Stadtjugendwart Tobias Wolf. „Die illegale Müllentsorgung in unseren Städten und Dörfern ist zu einer Art Volkssport geworden. Wir wollen mit dem Umwelttag ein Zeichen setzen.“

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Stellen in Zerbst oder Ihrer Ortschaft kennen, wo illegal Müll oder Sperrmüll entsorgt wurde, dann beschreiben Sie den Ort, wo sich der Müll befindet, und schicken Sie eine E-Mail an redaktion.zerbst@volkstimme.de oder rufen Sie zwischen 11 und 16 Uhr unter 03923/73 69 26 an. Wir greifen Ihre Hinweise auf und leiten sie zudem an die Zerbster Jugendfeuerwehren weiter.