Tierheim Zerbst vor Neustart

Zum Neustart richten Azubis Quarantänestation für Katzen im Zerbster Tierheim ein

Drei Lehrlinge einer Zerbster Firma beteiligen sich mit dem Zusammenbau und der Lieferung von 15 Käfigen an der Neueinrichtung des Tierheims.

Von Thomas Kirchner

Zerbst

Nach der außerordentlichen Kündigung der Tierheim-Bewirtschaftung durch den Tierschutzverein Zerbst zum Ende des vergangenen Jahres ist die Stadt Zerbst derzeit dabei, neue Strukturen für den Tierheim-Betrieb aufzubauen. Ziel ist es allerdings, das Tierheim irgendwann wieder an einen Träger zu übergeben und dann nur noch begleitend tätig zu sein. Ausgangspunkt für den Tierheim-Neustart war ein Gelände nicht nur ohne Tiere, sondern auch ohne jegliche Zwinger und Gehege sowie sonstiges Material.

In Kürze soll die Betriebserlaubnis beantragt werden. Eine Voraussetzung, die Betriebserlaubnis zu bekommen, ist das Vorhalten einer Quarantänestation für Katzen. Die wurde nun in den letzten Tagen errichtet. „Die neuen Käfige haben ein Maß von einem mal einem Meter. Das sind die Mindestanforderungen für die Unterbringung von Katzen in Quarantäne“, erläutert Ordnungsamtsmitarbeiterin Anne-Katrin Leps.

Stadt Zerbst hatte große Unterstützung durch die Firma KGM

Leps: „Die Käfige haben auch noch mal eine Trennwand, die bei Bedarf entfernt werden kann, so dass beispielsweise eine Mutter und ihre Kitten eine größere Fläche zur Verfügung haben. Hintergrund ist, dass Katzen, die im Tierheim aufgenommen werden sollen, tierärztlich untersucht und eine gewisse Zeit isoliert werden müssen.“

„Bei der Einrichtung der Isolierstation hatten wir große Unterstützung von der Zerbster Firma KGM Konstruktiver Glas- und Metallbau GmbH. Die Stadt brauchte nur das Material, also die Bausätze für die 15 Käfige zahlen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella. Das Unternehmen habe aus dem Bau dann kurzerhand ein Azubi-Projekt gemacht.

Heißt: Drei Lehrlinge des Unternehmens haben aus den Bausätzen fertige Käfige gebaut und auch die Endmontage in den entsprechenden Containern übernommen. „Es war schon ganz schön knifflige Fummelarbeit die Bausätze zusammenzusetzen, zumindest beim ersten Käfig“, sagt Azubi Tom Jordan. Als die drei dann den Dreh raus hatten, sei alles ziemlich schnell gegangen.

Azubis stolz beim Neuaufbau des Tierheims helfen zu können

„Zeichnung lesen, Teile sortieren und bauen“, ergänzt Toms Kollege Alexander Bandar. Nach etwas zwölf Stunden sei die Teamarbeit erledigt gewesen. „Jetzt kommen die Käfige an ihre vorgesehenen Stadtorte. Es hat Spaß gemacht, einen Beitrag zum Neustart des Zerbster Tierheimes geleistet zu haben“, sind sich die drei Azubis einig, worüber sich Kerstin Gudella wiederum sehr freut. „Wir sind natürlich außerordentlich dankbar für die großzügige Unterstützung“, betont die Ordnungsamtsleiterin.

Gudella: „Und während die drei Jungs hier Neues schaffen, sind die Kollegen vom Bauhof gerade mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt. Wir konzentrieren uns momentan auf das Katzenhaus. Was die Hunde betrifft, so arbeiten wir weiter erstmal mit der Hunde-Pension Kallotta zusammen.“

Zerbster Stadtrat beschließt neue Entgeltordnung für Tierheim

Unterdessen hat der Stadtrat im März die neue Entgeltordnung beschlossen (Auszüge im Infokasten). Die Höhe der zu entrichtenden Entgelte wurde anhand von Richtwerten anderer Tierheime aus der Umgebung ermittelt. Maßstab war, die entstehenden Kosten für die Versorgung der Tiere bestmöglich auszugleichen und doch, einen Erwerb eines Tieres aus dem Tierheim so attraktiv wie möglich zu gestalten, heißt es in der Beschlussvorlage.

Wer einen Hund, eine Katze oder ein anderes Tier aus dem Tierheim adoptieren möchte, muss eine sogenannte Schutzgebühr zahlen, die von allen Tierheimen erhoben wird. Bei einem Hund beträgt diese beispielsweise 150 beziehungsweise 200 Euro.