Leichtathletik

Duo vom PSV Burg darf bei den Deutschen Meisterschaften antreten

Trotz der zahlreichen Einschränkungen im Trainingsbetrieb der Leichtathleten endete der erste offizielle Wettkampf der PSV-Athletinnen Jenna Mohneke und Eva Radke mit einem großen Erfolg. Auch Rieke Kabelitz empfahl sich mit guten Leistungen.

Jenna Mohneke (r.) und Eva Radke zeigten einen fulminanten Wettkampf in Magdeburg und qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften im bayerischen Markt Schwaben.
Jenna Mohneke (r.) und Eva Radke zeigten einen fulminanten Wettkampf in Magdeburg und qualifizierten sich für die Deutschen Meisterschaften im bayerischen Markt Schwaben. Foto: Karolin Pilz

Magdeburg/Burg

kpi/rio

Das Prinzip „eine Hand wäscht die andere“ gilt auch in der Leichtathletik – zum Glück aus Sicht des PSV Burg. Die Bahneröffnung des SC Magdeburg war vor wenigen Tagen nämlich eigentlich nur intern ausgeschrieben. Trotzdem war es dem Trio Jenna Mohneke, Eva Radke und Rieke Kabelitz möglich, am Blockwettkampf teilzunehmen, da PSV-Trainer Mario Friedrich die Magdeburger zuvor zum 13. Werfertag in Burg ebenfalls als Gaststarter zum Kräftemessen eingeladen hatte.

Die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften im Hinterkopf, ging Eva Radke in der Altersklasse W14 hochmotiviert in den Blockwettkampf (100 Meter/80 Meter Hürden/ Weitsprung/Kugelstoß – 3 Kilogramm/Diskuswurf). Für Jenna Mohneke, im gleichen Block der W15 startend, war das Erreichen der Norm nur durch zahlreiche neue Bestleistungen möglich. Entsprechend locker ging sie den Mehrkampf an.

Über die Hürden liefen beide ein starkes Rennen. Eva absolvierte die 80 Meter zum ersten Mal und lief mit 13,35 Sekunden eine bemerkenswerte Zeit. Jenna verbesserte sich mit 12,56 Sekunden um eine ganze Sekunde und pulverisierte damit den bisherigen Vereinsrekord. Im Kugelstoßen zeigten beide gleich im ersten Stoß, dass die Qualifikation für die Titelkämpfe ein ernsthaftes Thema war.

Entscheidung mit Krimiformat

Das anschließende Diskuswerfen war nichts für schwache Nerven. Eva patzte im ersten Versuch und setzte den zweiten ins Netz. Unter nun erhöhtem Druck sprangen im letzten Wurf knappe 21 Meter heraus. Damit rückte die Hoffnung auf die Norm zunächst in weite Ferne. Jenna zauberte im zweiten Versuch unglaubliche 29 Meter hervor, was ihr den zweiten Vereinsrekord des Tages einbrachte. Plötzlich lag sie auf Kurs.

Die 100 Meter und der Weitsprung brachten die Entscheidung – ausgerechnet also jene Disziplinen, die durch die fehlende Hallensaison kaum einzuschätzen waren. Über die Kurzstrecke erzielten beide deutliche Bestleistungen, wobei Jenna erneut einen Vereinsrekord knackte. Die Zeiten waren so gut, dass für beide im abschließenden Weitsprung eine Weite von 4,30 Meter reichen würde.

Jenna erledigte dies gleich mit einem Sicherheitssprung im ersten Versuch. Im zweiten Durchgang setzte sie noch eins drauf und sprang starke 4,90 Meter. Eva ging ebenfalls volles Risiko und setzte die beiden ersten Versuche zwar weit, aber ungültig in die Grube. Erneut war nun der letzte Versuch ausschlaggebend. Zwar mit dem „falschen“ Bein, doch mit guter Weite brachte sie doch noch die Qualifikation ins Ziel. „Es war ein spannender Wettkampftag. Jenna und Eva sind ausgesprochene Talente und die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften im August soll ihnen zeigen, dass alles möglich ist“, zeigte sich PSV-Trainer Friedrich stolz und erfreut über die Erfolge seiner Athletinnen.

Unter anderen Voraussetzungen startete Rieke Kabelitz, der in wenigen Wochen die bisher größte Luftveränderung ihres Lebens bevorsteht. Die Zwölfjährige hat sich für den Wechsel zum SC Magdeburg empfohlen und letztlich auch entschieden. Für sie ging es also darum, ihre künftige Umgebung ebenso wie einige neue Disziplinen in Wettkampfform kennenzulernen.

Beim Hürdenlauf macht sich fehlendes Wintertraining bemerkbar

Innerhalb ihrer künftigen Trainingsgruppe trat sie im Fünfkampf Block Basis (75 Meter/60 Meter Hürden/Weitsprung/Ballwurf/800 Meter) an. Im Weitsprung ging es für Rieke erstmalig vom Balken und dazu musste zunächst der Anlauf neu gefunden werden. Nach einem ungültigen und einem Versuch unter vier Metern passte der letzte Sprung und Rieke flog auf sagenhafte 4,41 Meter.

Im anschließenden Hürdenlauf machte sich jedoch das fehlende Wintertraining bemerkbar. Schon nach der zweiten Hürde passten Schrittlänge und Abstand nicht und Rieke beendete den Lauf. „Für sie war es der erste Mehrkampf überhaupt. Der Hürdenlauf war Pech, da fehlt einfach noch die Erfahrung“, relativierte Trainer Friedrich. Im anschließenden Schlagballwurf überzeugte sein Schützling jedoch und erzielte mit 36,17 Metern eine neue Vereinsbestleistung. Die 75 Meter meisterte Rieke unter elf Sekunden und im ungeliebten 800-Meter-Lauf blieb sie knapp über drei Minuten. Mit 1714 Punkten belegte sie in der W12 knapp hinter den SCM-Athletinnen den fünften Platz.