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Fußball Heyrothsberge steckt fest im Abstiegssumpf

Nach dem Lebenszeichen gegen Irxleben fällt der Heyrothsberger Landesliga-Elf bei der 0:1-Heimniederlage gegen Staßfurt ihre Verschwendungssucht wieder auf die Füße.

Von Björn Richter 24.03.2024, 19:54
Als „Leihgabe“ von den Altherren des Vereins überzeugte Christopher Schumburg (l.) als Abwehrchef bei den Unionern, deren größtes Problem am Sonnabend auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds lag.
Als „Leihgabe“ von den Altherren des Vereins überzeugte Christopher Schumburg (l.) als Abwehrchef bei den Unionern, deren größtes Problem am Sonnabend auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds lag. Foto: Michael Donau

Heyrothsberge. - Marcus Schlüter hat sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch mal auf den Weg gemacht. Offenbar als einziger unter 20 Feldspielern auf dem Platz rechnete der Offensivroutinier des SV Union Heyrothsberge damit, dass ihn der Abschlag seines Keepers Christopher Biegelmeier erreichen würde. Und so lagen im Landesliga-Heimspiel gegen den SV 09 Staßfurt plötzlich viel grüne Wiese vor und die gebündelten Hoffnungen der Gastgeber auf ihm. Der 33-Jährige machte eigentlich auch alles richtig: Blick auf den Ball, voller Fokus auf dessen Mitnahme und Verarbeitung. Nur einer hatte den Braten ebenfalls gerochen. Und so faustete der herausgeeilte 09-Keeper Tim Gabriel dem einschussbereiten Schlüter das Streitobjekt im letzten Moment vom Fuß und sicherte seinen Farben den 1:0 (1:0)-Auswärtserfolg.

Der letzte Heyrothsberger Hochkaräter hallte ob des späten Zeitpunkts natürlich ein bisschen länger nach, war aber nur einer von einem knappen Dutzend guter Gelegenheiten, um dem Tabellenzweiten zumindest einen Punkt abzuknöpfen. Daher richtete Unions Coach Marcel Gieseler auch keinen Vorwurf an Schlüter, der am Sonnabend in Abwesenheit des verletzten Maximilian Schmidt und des gelbgesperrten Christian Kloska die Kapitänsbinde trug. Nach dem erstaunlich abgeklärten 2:0-Heimsieg gegen Irxleben vor zwei Wochen hat das Tabellenschlusslicht allerdings sein größtes Problem wieder eingeholt, wie auch der Trainer festhalten musste: „Es verfolgt uns ja schon die ganze Saison hindurch. Nun sind wir eben wieder in das alte Muster verfallen. Der Unterschied zu Top-Teams wie Staßfurt, das in seinem aktuell guten Lauf nicht viele Gelegenheiten braucht, ist, dass wir für ein Tor wenigstens acht hochprozentige Chancen benötigen.“ Denn spielerisch und vor allem in puncto Einsatz hatten sich die Gastgeber bei ihrer elften Niederlage im 16. Spiel kaum etwas vorzuwerfen. „Mit dem Gesamtauftritt war ich sehr zufrieden“, so Gieseler.

So verbuchten seine Schützlinge nach sieben Minuten auch den ersten Aufreger, als sich Tom Raue über rechts stark durchtankte, sein Außenristschuss aber von Gabriel entschärft wurde. Anschließend erspielten sich die Gäste zwar ein leichtes Übergewicht, doch in ihren Abschlüssen blieben die Salzländer harmlos. Stattdessen sorgte Hannes Schulze nach 35 Minuten für das nächste Achtungszeichen auf der Gegenseite, wobei der Querpass die bessere Wahl im Vergleich zum Abschluss gewesen wäre. Hatten die Platzherren im defensiv ausgerichteten 3-5-2-System bis dato ihrem Gegner kaum Räume geboten, wendete sich das Blatt in der Folge. Erst spielten die Staßfurter einen Gegenstoß nicht konsequent zu Ende (36.), dann bekamen die Unioner einen Brandherd an der Strafraumgrenze nicht gelöscht. Matthias Lieder behielt die Übersicht und schlenzte den Ball zur 1:0-Führung in die Maschen (38.) – so geht Effizienz.

Allzu tief saß der Schock bei den Gastgebern allerdings nicht. Halbzeitübergreifend verbuchte Union seine Sturm-und-Drang-Phase, wobei Cedric Vorhölter zunächst aus der Nahdistanz noch entscheidend gestört wurde (43.) und bei einem Konter nicht präzise genug abzog (52.), um den fälligen Ausgleich herzustellen. „Über 90 Minuten hinweg setzen wir viele richtig gute Nadelstiche. Dabei fehlen oft nur Kleinigkeiten zum letzten Schritt. Alle, die dabei waren, dürften bestätigen, dass wir mindestens einen Punkt daraus mitnehmen müssen. Ganz einfach, weil die Spielanteile sehr verteilt waren und wir auch das Plus bei den Großchancen hatten“, fasste der Union-Trainer zusammen.

Im letzten Drittel der Partie untermauerten allerdings auch die 09er noch einmal ihre fraglos vorhandenen fußballerischen Qualitäten, unter anderem bei einem Kopfball im Anschluss an einen Eckball (75.) sowie fünf Minuten später bei einem weiteren Umschaltmoment. Und so fiel die Einordnung auch Gieseler nicht schwer: „Staßfurt zählt sicher nicht zu den Gegnern, gegen die wir zwingend punkten müssen. Das sieht in den drei folgenden Partien anders aus. Wenn wir noch einmal nach einem Strohhalm greifen wollen, braucht es da Ertrag“, blickte der Coach auf die „Endspiele“ in Niederndodeleben (6. April), gegen Salzwedel (13. April) und in Eilsleben (20. April) voraus.

Heyrothsberge: Biegelmeier – Peukert, C. Schumburg, D. Gropius, Ziebarth (61. C. Gropius), Raue (75. D. Altmann), Schlüter, Vasükov, Wöhler, Vorhölter, Schulze

Staßfurt: Gabriel – Härtge, Gruhn, Gehrke (46. Moye), Schulz (70. Hertel), Robitzsch (70. Mollenhauer), Lieder, Abresche (87. Faatz), Lampe (61. Shcherbinin), Sturm, Hoffmann

Tor: Matthias Lieder (38.); SR: Norman Schütze (Gardelegen); ZS: 65