Fußball

Niegripp schießt sich mit 11:2-Kantersieg ins Pokal-Viertelfinale

Die Landesklasse-Fußballer der SG Blau-Weiß Niegripp haben im Kreispokal-Achtelfinale bei der TSG Grün-Weiß Möser II einen 11:2 (4:1)-Kantersieg eingefahren.

Von Björn Richter
Einstand mit Ausrufezeichen: Jonathan Pascal Kliche (M.) krönte seine Pflichspielpremiere im Herrenbereich mit zwei Treffern.
Einstand mit Ausrufezeichen: Jonathan Pascal Kliche (M.) krönte seine Pflichspielpremiere im Herrenbereich mit zwei Treffern. Foto: Richter

Möser/Niegripp - Nico Hennig hat am Sonnabend gleich in zweifacher Hinsicht verblüfft: Zum einen durch eine abgeklärte Leistung, drei Torvorlagen und einem erzielten Treffer. Kurz: durch eine Vorstellung, die einen vergessen ließ, dass dort gerade ein 18-Jähriger sein Pflichtspieldebüt im Herrenbereich gab. Zum anderen mit einem entwaffnend ehrlichen Geständnis, das er Thomas Seidelt aus dem Niegripper Trainergespann mit Christian Wust machte: „Um für die Punktspiele Alternativen auf der ,Sechs’ zu finden, haben wir Nico in der zweiten Halbzeit vom rechten Mittelfeld in die Zentrale verschoben. In der Trinkpause habe ich ihn zu seiner Leistung auf dieser Position beglückwünscht, woraufhin er meinte: Eigentlich weiß ich gar nicht, wie meine Laufwege und Aufgaben genau aussehen.“

Zugegeben: Ein Gegner wie die Möseraner Reserve, die am Sonnabend auch einen nicht perfekt getimten Pass, etwas zu viel Ballverliebtheit oder einen nicht zugestellten Raum im Niegripper Mittelfeld verzieh, reduzierte natürlich die Fallhöhe für die SG-Youngster, wobei sich neben Hennig auch Jonathan Kliche im Sturmzentrum und Julian Heidenreich zwischen den Pfosten in die Debütanten-Riege einreihten. Dennoch ging von dem Auftritt auch ein starkes Zeichen aus, das Seidelt wie folgt beschrieb: „Unglaublich, mit welcher Unbekümmertheit Nico dort herangegangen ist. Das bedeutet nicht, dass ihm alles im Spiel egal ist, er nimmt das sehr ernst, geht aber unheimlich locker an die Aufgabe heran und macht sich auf dem Platz nicht sieben oder acht Gedanken gleichzeitig.“

Niegripper Debütantenball

Wenige Momente nach dem Anstoß waren es dann aber zunächst die Trainer selbst, die ins Grübeln gerieten. Nahezu unbedrängt liefen die Gastgeber auf das Tor der Blau-Weißen zu, scheiterten aber im Abschluss. Danach lenkten die Gäste die Partie schnell in für sie richtige Bahnen. Ein schneller Doppelschlag in der elften und 14. Minute taugte allerdings noch nicht, um sich in Sicherheit zu wiegen, den nach knapp einer halben Stunde brachte Collin Mertens den Kreisligisten auf 1:2 heran. Anschließend witterte die TSG-Reserve Morgenluft, verbuchte einzelne Halbchancen und ließ sich bis weit in die zweite Hälfte hinein keineswegs hängen.

Die Niegripper entdeckten dagegen die Lust aufs Spiel und ließen sich trotz sommerlicher Temperaturen nicht vom Weg abbringen. Tor um Tor sorgte der Favorit für die Entscheidung und durfte sich spätestens nach Steven Pesekes verwandeltem Foulelfmeter kurz nach Wiederanpfiff gedanklich mit dem Viertelfinale beschäftigen. Dass Spielfluss und -witz auch nach einigen Wechseln im zweiten Abschnitt nicht zum Erliegen kamen, war neben der Unbekümmertheit der Protagonisten auch einer erstaunlichen Gier auf einen noch höheren Erfolg zu verdanken. „Es war schön zu sehen, dass die Jungs auch nach dem 5:1 und 6:1 nicht auf Reserve geschaltet haben“, lobte der Coach.

Schlusspunkt der Routiniers

Während die Kraft bei den Grün-Weißen, die ohne Aushilfe aus der ersten Mannschaft auskam, nun immer mehr schwand und sich defensiv Auflösungserscheinungen zeigten, schien auch die „alte Garde“ bei den Gästen noch auf sich aufmerksam machen zu wollen. Erst setzte der eingewechselte Paul Sandmann mit einem lupenreinen Hattrick binnen sechs Minuten ein dickes Ausrufezeichen, dann durfte Sturmpartner Peseke mit dem Treffer zum 11:2-Endstand den – zugegebenermaßen nicht mehr ganz so verblüffenden – Schlusspunkt setzen.

Möser II: Ritter – Jentzsch, Strübing, Rick (56. Dobberkau), Schneckenhaus, Wagener (64. Pütter), Mertens, Koch, Lehmann (81. Tschischka), Shymaylo, Bäbenroth

Niegripp: Heidenreich – Zeuch (53. Kokel), Schröck, Pantenburg (46. Schuh), Plünnecke, T. Endert, Hennig, O. Sandmann (46. Peseke), Beinarovics, Kramer (46. Blum), Kliche (62. P. Sandmann)

Tore: 0:1 Tobias Endert (11.), 0:2 Jonathan Kliche (14.), 1:2 Collin Mertens (24.), 1:3 Ronny Pantenburg (35.), 1:4 Steven Plünnecke (43.), 1:5 Steven Peseke (48., FE), 1:6 Jonathan Kliche (51.), 2:6 Noah-Leon Bäbenroth (58., FE), 2:7 Nico Hennig (60.), 2:8, 2:9, 2:10 Paul Sandmann (77., 78., 83.), 2:11 Steven Peseke (90.+1); SR: Rudolf Krüger (Loburg), Tobias Schläger, Bernd Schalla; ZS: 55