Fußball

Die Gesundheit steht im Vordergrund

Coach Thomas Sauer, Co-Trainer Keven Harms und der sportliche Leiter Michael Steffen stehen dem Fußball-Landesligisten Union Schönebeck nicht mehr zur Verfügung.

Von Kevin Sager
Thomas Sauer wird die Spiele von Union Schönebeck zukünftig nicht mehr von der Seiteninie aus verfolgen. Er legte sein Traineramt nieder.
Thomas Sauer wird die Spiele von Union Schönebeck zukünftig nicht mehr von der Seiteninie aus verfolgen. Er legte sein Traineramt nieder. Foto: Archiv

Schönebeck - Bereits im vergangenen August ist Thomas Sauer an die sportliche Leitung von Union Schönebeck herangetreten und hat seinen Wunsch geäußert, den Trainerposten zu räumen. Denn hinter dem Coach lag ein gesundheitlicher Eingriff, der ihn mehr beschäftigte als ihm lieb war. Hinzu kamen berufliche Veränderungen. „Im Endeffekt war es das Zusammenspiel zwischen beiden Faktoren“, erklärt Sauer. „Hinzu kommt die abnehmende Leistungsfähigkeit, das ist im Alter eben so. Manche Sachen waren vor zehn Jahren weitaus einfacher zu managen“, stellt der Übungsleiter klar.

Etwas Wehmut schwingt beim Coach mit

Vor wenigen Tagen wurde die Entscheidung dann auch an die Mannschaft herangetragen. Beim ersten Training nach der Corona-Pause wurde die Nachricht verkündet. „Na klar gab es Reaktionen. Der eine nimmt das stillschweigend hin, der andere sucht das Einzelgespräch und wiederum andere Schreiben einem. Es war für alle schon ein bisschen traurig, da wir doch schon etwas erreicht haben, auch wenn der Tabellenstand das nicht unbedingt aussagt. Wir konnten aber den freien Fall stoppen“, so Sauer. „Wir haben ein gutes Team gebildet und so kam auch Wehmut auf.“

Mathias Rhode, Kapitän der Mannschaft, findet es „umso ärgerlicher, dass wir aufgrund anderer Umstände nicht eine Saison beenden konnten.“ Ein Lob für den Coach gibt es auch noch: „Eine Trainingsbeteiligung von über 15 Spielern pro Einheit muss in anderen Vereinen erstmal erreicht werden. Das spricht für sich.“ Das war nämlich nicht immer so.

Zur Saison 2019/2020 übernahm der Coach den Posten an der Seitenlinie des Verbandsliga-Absteigers. Sauer baute ein Team auf, welches sich aus „jungen Wilden“ und „alten Hasen“ zusammensetzte. Und die Mischung passte. Zahlreiche Talente aus dem Nachwuchs erkämpften sich einen Stammplatz und zahlten das Vertrauen mit guten Leistungen zurück. Der wohl größte Erfolg unter Sauer war der Einzug in das Viertelfinale des Landespokals.

„Wir bedauern diese Entscheidung sehr, aber die Gesundheit eines jeden Einzelnen steht an oberster Stelle“, hebt auch Dorian Reichelt, Abteilungsleiter von Union Schönebeck hervor. „Thomas Sauer hat in den letzten beiden Jahren eine Mannschaft um viele junge Schönebecker geformt, die wieder attraktiven Fußball spielt und mehr Zuschauer an den Sportplatz lockt.“

Doch die Gesundheit geht eben vor, das hat auch Sauer erkannt. „Aufgrund der Veränderungen kann ich nicht mehr garantieren, dass ich immer zum Spiel da bin und auch das Training vernünftig leiten kann“, macht Sauer klar. Denn auch das Trainerdasein kostet so machen Nerv. „Die Vorbereitungen sind oft stressig und ich merke selbst, dass die Belastungen nicht mehr ganz so leicht zu verkraften sind“, gesteht Sauer. „Um gesund zu bleiben, habe ich mich für diesen Schritt entschieden.“

Neuer Job als Trainer ist ausgeschlossen

Neben Sauer wird auch Keven Harms von seinem Posten als Co-Trainer zurücktreten. Wo hin es ihn zieht, ist derzeit noch offen. Für Sauer steht fest: „Als Trainer werde ich nicht mehr arbeiten. Ich bin mit dem Verein im Gespräch, ob es eine andere Stelle für mich gibt“, verrät Sauer. Der Nachfolger steht aber bereits fest. Die Trainingseinheiten leitet jetzt schon Mirko Stieler, der neue Coach. Stieler war einst selbst für die Schönebecker und den 1. FC Magdeburg aktiv. Seine längste Zeit als Übungsleiter verbrachte Stieler beim SV Altenweddingen. Zuletzt leitete er die Geschicke des FSV Rot-Weiß Alsleben.

Doch Harms und Sauer sind nicht die einzigen, die den Landesligisten verlassen. Auch Schönebecks Urgestein Michael Steffen – der noch immer den Rekord in der Verbandsliga für die meisten erzielten Treffer in einer Spielzeit hält (41) – übt seinen Posten als sportlicher Leiter nicht weiter aus. Bereits im vergangenen September trat Steffen an die sportliche Leitung mit diesem Wunsch heran. Nun ist auch dieser Schritt vollzogen. „Wir bedauern Michas Entscheidung, den Verein zu verlassen. Dennoch haben wir volles Verständnis für seine Entscheidung und bedanken uns bei ihm ausdrücklich für die vertrauensvolle und zuverlässige Zusammenarbeit in den letzten Jahren“, sagt Dorian Reichelt.

Steffen fühlte sich bereits seit vielen Jahren dem Schönebecker Fußball verbunden. Als Trainer und Spieler war er für den Schönebecker SV tätig und seit Beginn der Fusion der beiden Schönebecker Vereine als sportlicher Leiter von Union aktiv. Als Gründe für sein Ausscheiden werden gesundheitliche und private Gründe angegeben, welche ein weiteres Engagement nicht zulassen.

Doch auch hier haben die Unioner bereits eine Lösung gefunden. Unter anderem wird Kapitän Mathias Rhode einige Aufgaben aus dem Verantwortungsbereich von Michael Steffen übernehmen. Weitere Aufgaben wurden innerhalb der Abteilung neu besetzt.

Michael Steffen (rechts), hier im Gespräch mit Ex-Trainer Mario Katte (Mitte) sowie Alexander Daul (links) vom MSC Preussen, war bei Union Schönebeck von Anfang an als sportlicher Leiter dabei.
Michael Steffen (rechts), hier im Gespräch mit Ex-Trainer Mario Katte (Mitte) sowie Alexander Daul (links) vom MSC Preussen, war bei Union Schönebeck von Anfang an als sportlicher Leiter dabei.
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Mannschaftskapitän Mathias Rhode übernimmt bei Union Schönebeck nun auch einige Aufgaben des zurückgetretenen sportlichen Leiters.
Mannschaftskapitän Mathias Rhode übernimmt bei Union Schönebeck nun auch einige Aufgaben des zurückgetretenen sportlichen Leiters.
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