Fußball

Jugend der BSG Motor Schönebeck feiert 1973 Kreismeisterschaft

Bereits im Jahr 1973 feierte unter anderem die Knabenmannschaft der BSG Motor Schönebeck einen Erfolg, der so nicht zu erwarten war.

Olaf Schumacher, Stefan Bergmann, Uwe Herrmann, Dieter Querndt, Mathias Bley, Michael Hübner, Übungsleiter Kurt Zöge (h.v.l.), Frank Wegehaupt, Eckert Lauth, Steffen Grohe, Thomas Läue, Volker Zöge und Michael Fiebig (v.v.l.) gehörten zum Team der BSG Motor Schönebeck.
Olaf Schumacher, Stefan Bergmann, Uwe Herrmann, Dieter Querndt, Mathias Bley, Michael Hübner, Übungsleiter Kurt Zöge (h.v.l.), Frank Wegehaupt, Eckert Lauth, Steffen Grohe, Thomas Läue, Volker Zöge und Michael Fiebig (v.v.l.) gehörten zum Team der BSG Motor Schönebeck. Foto: Archiv Volker Zöge

Schönebeck - vzö/kag

Vor Kurzem machte sich Volker Zöge aus Schönebeck auf den Weg in sein Archiv. Beim Blättern in alten Zeitungsberichten und dem Ansehen von historischen Fotos fiel ihm auch eins aus dem Jahr 1969 in die Hände. „Mein Vater Kurt Zöge begann 1969, eine Kinderfußballmannschaft bei der BSG Motor Schönebeck zu trainieren. Die ersten Kinder waren alles Mitschüler aus meiner ersten Klasse“, erinnert sich Volker Zöge zurück.

Die Anfänge der Mannschaft waren aber eher schleppend. „Unser erstes Freundschaftsspiel am 22. Juni 1969 gegen Chemie endete mit einem 0:4. Das erste Punktspiel am 7. September 1969 als zweite Kindermannschaft gegen Chemie Schönebeck I ging mit 0:17 verloren“, weiß der Schönebecker ganz genau.

Talentsuche vor der eigenen Haustür

Doch davon ließen sich die Kinder aus der Elbestadt nicht entmutigen. Weiter wurde fleißig trainiert. „Einige Kinder hörten auf. Neue Kinder kamen hinzu. Die guten Spieler mit Talent und Willen setzten sich durch“, berichtet Zöge.

Einen großen Anteil daran, dass immer wieder Kinder den Weg zur damaligen BSG Motor fanden, war Vater Kurt. Er war immer auf der Suche nach talentierten Spielern. Damals brauchte er nur die Spielplätze in der Umgebung abfahren und die Kinder beim Fußball spielen beobachten. In jedem Wohngebiet wurde Straßenfußball gespielt. Schnell wurde der Kontakt zu den Eltern aufgenommen „und schon hatten wir einen neuen Mitspieler“, so Volker Zöge.

Und der Blick für die Talente sowie das Training waren dafür verantwortlich, dass sich die ersten Erfolge einstellten. Am 24. März 1973 zum Beispiel, als die Mannschaft auf dem Sportplatz in Eggersdorf um die Kreismeisterschaft spielte.

„Es war ein sonniger Samstag im Frühling. Wir Kinder und unser Übungsleiter waren mit den Rädern nach Eggersdorf gefahren. Wir standen am Sportplatz und warteten darauf, dass wir in die Kabine gehen konnten“, erinnert sich Zöge an die Anreise. Komfortabler sah es dagegen beim Gegner und Favoriten aus. Per Bus reiste die erste Mannschaft von Chemie an. „Wir drehten uns alle um und schauten wohl alle etwas versteinert und ängstlich zu ihnen“, beschreibt Zöge den Augenblick.

Nicht nur Übungsleiter, sondern auch Motivator

Genau an der Stelle trat einmal mehr Übungsleiter und Motivator Kurt Zöge in den Vordergrund. Er hatte mitbekommen, dass seine Mannschaft aufgrund des Auftrittes des Gegners verängstigt war. Die Worte von seinem Vater sind Volker Zöge bis heute im Gedächtnis geblieben: „Er rief uns ganz laut und im barschen Ton, auch für den Gegner hörbar, herüber: ,Was dreht ihr euch um? Da kommt nicht der Weltmeister!’“

Nur wenig später ging es für die Nachwuchs-Kicker der BSG Motor in die Kabine und nach einigen taktischen Anweisungen und aufmunternden Worte ging es auf dem Spielfeld heiß her. Am Ende schlug Motor den Stadtrivalen Chemie knapp mit 4:3 und wurde zum ersten Mal Kreismeister. Ein Jahr später konnte das Team die Kreismeisterschaft beim Endspiel in Frohse, wiederum gegen Chemie, verteidigen.

Die Aufstellung der Knabenmannschaft der BSG Motor Schönebeck, versehen mit Anmerkungen des Trainers.
Die Aufstellung der Knabenmannschaft der BSG Motor Schönebeck, versehen mit Anmerkungen des Trainers.
Foto: Archiv Volker Zöge