Fußball

Rot-Weiß Groß Rosenburg nimmt Aufstiegsrecht wahr

Der SV Rot-Weiß Groß Rosenburg wird in der kommenden Saison in Fußball-Landesklasse um Punkte kämpfen.

Von Kevin Sager
In der abgelaufenen Spielzeit kickten Justin Denndorf (r.) und seine Teamkollegen des SV Rot-Weiß Groß Rosenburg noch gegen die Reserve der TSG Calbe. Ab der kommenden Saison wartet die erste Herrenmannschaft.
In der abgelaufenen Spielzeit kickten Justin Denndorf (r.) und seine Teamkollegen des SV Rot-Weiß Groß Rosenburg noch gegen die Reserve der TSG Calbe. Ab der kommenden Saison wartet die erste Herrenmannschaft. Foto: Kevin Sager

Groß Rosenburg - In den vergangenen Tagen hatte Gunter Mittmann noch immer ein leicht flaues Gefühl im Magen. Bis zum 31. Mai musste sich der Präsident des SV Rot-Weiß Groß Rosenburg und die anderen Verantwortlichen überlegen, ob die Mannschaft in der kommenden Saison in der Landesklasse an den Start gehen möchte. Die abgebrochene Spielzeit beendeten die Groß Rosenburger nach der Quotientenregel auf dem ersten Platz und waren damit berechtigt, eine Klasse höher zu gehen. Nach langen und vor allem vielen Gesprächen fiel dann aber die Entscheidung: „Ja, wir gehen hoch und nehmen die Chance wahr“, sagt Mittmann. Fristgerecht wurde der Antrag gestellt und die Planungen für die kommende Spielzeit auf Landesebene konnten beginnen.

Euphorie bei fast allen ungebrochen

Während bei den Spielern und Funktionären eine große Vorfreude und Euphorie herrscht, dämpft Mittmann die Stimmung etwas. „Der Einzige, der Bauchschmerzen bei dieser Entscheidung hatte, war ich“, gibt der Präsident zu. Sowohl Abteilungsleiter Harald Sens als auch Trainer Sven Rehren haben sich gegenüber Mittmann optimistisch gezeigt, dass der Schritt der richtige ist. „Unser Trainer macht sogar extra seine C-Lizenz, um dann weiter an der Linie zu stehen“, weiß Mittmann. Auch einen neuen Schiedsrichter können die Groß Rosenburger stellen. Die Voraussetzungen außerhalb des Platzes passen also.

Auf dem Platz hat sich bisher noch nicht viel getan. An ein Training war zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie kaum zu denken – Besserung ist seit der neuen Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt aber gegeben. Auch personell hat sich bei den Rot-Weißen noch nicht viel getan. „Da sind wir weiterhin auf der Suche, spruchreif ist aber noch nichts“, so der Präsident. „Wir haben kalkuliert, dass wir einen Kader von 18 bis 20 Personen brauchen, da durch Krankheit oder Job immer jemand ausfallen kann“, macht Mittmann klar. Derzeit spielen 18 Akteure für den SV, doch auf der einen oder anderen Position sehen die Verantwortlichen noch Nachholbedarf. „Wir erhoffen uns von den punktuellen Verstärkungen einen Qualitätssprung.“

Noch haben die Groß Rosenburger aber Zeit, denn bis zum 30. Juni müssen alle Transfers abgewickelt sein. Auch bei der Saisonvorbereitung verfallen Mannschaft und Trainer nicht in Hektik. Zu undurchsichtig ist die Lage in Zeiten von Corona. Freundschaftsspiele können nur unter Einhaltung gewisser Regeln durchgeführt werden. Stattfinden sollen aber unbedingt welche, denn Mittmann weiß, dass die Landesklasse kein Zuckerschlecken wird. „Gegen Nienburg sah das in der Vorbereitung zur vergangenen Spielzeit nicht unbedingt gut aus. Sonst haben wir gegen Calbe II gespielt, diesmal wartet dann die erste Mannschaft auf uns“, macht Mittmann deutlich, dass der Sprung enorm ist.

Doch nach etwas Zeit haben sich auch die Bauchschmerzen bei Mittmann wieder gelegt und ein klein wenig Vorfreude auf die Spielzeit machte sich breit. „Wir werden viele Derbys haben“, sagt der Präsident. Denn neben den Saalestädtern und den Nienburgern spielen immerhin auch Aken und Atzendorf in der Landesklasse IV, in welche die Groß Rosenburger höchstwahrscheinlich antreten werden. Eine genaue Einteilung der Staffeln erfolgt aber erst noch.

Unabhängig davon sind in Groß Rosenburg alle heiß, vor allem die Fans, weiß der Präsident. „Wir haben immer eine große Zuschauerkulisse. Ich hoffe, das bleibt auch so. Zudem werden wir wohl sonnabends kicken und das spielt uns in die Karten. Natürlich hoffen wir aber auch, dass die Gäste viele Fans mitbringen, so dass ein richtiger Derbycharakter entsteht bei diesen Partien.“

Und an diesen Gedanken hängend verschwindet dann auch das letzte Zucken in der Magengegend des Präsidenten. Die Vorfreude ist dann doch größer als alle Zweifel.