Classic-Kegeln

SKV Rot-Weiß Zerbst im Champions League-Finale

Im ersten Wettkampf nach acht Monaten geht es für den SKV Rot-Weiß Zerbst im Final Four der Champions League gleich um alles.

Von Thomas Zander
Die Trikots für die Halbfinal-Partie gegen KK Mertojak Split wurden schon bei der Meisterfeier im Juni 2020 überreicht. Die Zerbster mit Dominik Kunze, Timo Hoffmann, Christian Wilke und Martin Herold  (von links) freuen sich, dass das Final Four in der Königsklasse nun endlich ausgetragen werden kann. Ziel ist es, erst einmal in das Finale am Sonntag einzuziehen. Dann ist alles möglich.
Die Trikots für die Halbfinal-Partie gegen KK Mertojak Split wurden schon bei der Meisterfeier im Juni 2020 überreicht. Die Zerbster mit Dominik Kunze, Timo Hoffmann, Christian Wilke und Martin Herold (von links) freuen sich, dass das Final Four in der Königsklasse nun endlich ausgetragen werden kann. Ziel ist es, erst einmal in das Finale am Sonntag einzuziehen. Dann ist alles möglich. Fotos: Sport Print Zander

Zerbst/Bamberg - Eigentlich sollte das Finale der Saison 2019/20 im März 2020 in Serbien gespielt werden. Jetzt dürfen die Classic-Kegler des SKV Rot Weiß Zerbst um die Krone in ihrem Sport in Bamberg kämpfen. Viele haben schon gar nicht mehr daran geglaubt, aber nun findet das Finalturnier der Champions League (CL) im Classic-Kegeln aus der Saison 2019/20 doch noch statt. Im März 2020 eigentlich im serbischen Apatin geplant, musste es damals Corona-bedingt verschoben werden.

Nachdem die Pandemie die Sport-Szene bekanntlich weiter dauerhaft auf das Abstellgleis schob, wurde für die laufende Spielzeit erst gar keine CL angesetzt. Der Weltverband der Classic-Kegler (NBC) plante das Finalturnier aus der vergangenen Saison für dieses Jahr mit den qualifizierten Teams neu. Wegen der anhaltenden pandemischen Lage musste es erneut zweimal verschoben werden, kann aber nun endlich doch noch, wenn auch unter besonderen Bedingungen, stattfinden.

Mit dem deutschen Meister aus Zerbst, den kroatischen Teams aus Split und Zapresic und den Ungarn aus Szeged stehen vier überaus starke Mannschaften in den beiden Halbfinals. Im Gegensatz zu Deutschland wurden in Ungarn und Kroatien auch in dieser Saison nationale Meisterschaften gespielt, die sowohl Split in Kroatien als auch Szeged in Ungarn mit Spitzenleistungen gewannen. Zapresic wurde in Kroatien Zweiter.

Den Vorteil, sozusagen im „Wettkampfmodus“ zu sein, wollen die Ungarn und Kroaten natürlich nutzen. Auch SKV-Teamchef Timo Hoffmann sieht darin durchaus ein Plus für die Gegner: „Sie wissen aus einer kompletten und erfolgreichen Saison natürlich besser, was Spiele Mann gegen Mann und echter Wettkampf bedeuten.“

Aber auch die Rot-Weißen aus Zerbst, die morgen um 14 Uhr im zweiten Halbfinale gegen Mertojak Split antreten müssen, sind gut vorbereitet. „Wir haben viel trainiert, so wie es eben möglich war. Es war auch über die Zeit eine Steigerung in der Qualität bei uns erkennbar, es ist schon viel zurück gekommen. Aber die Wettkampfhärte fehlt uns. Wir haben alles getan, um auf einem guten Level zu sein. Das wahre Gesicht wird sich aber morgen auf der Bahn zeigen“, meint Hoffmann zu seinem Team.

Ein ganz besonderes Event wird das CL-Finalturnier für den Zerbster Spitzenkegler Florian Fritzmann. Der wird in seinen letzten Spielen für den SKV, er verlässt das Team zum Saisonende, quasi vor der Haustür auflaufen. Schließlich wohnt „Fritzi“ bei Bamberg, hat einige Jahre auch für die dortige Victoria gespielt und wechselt zur neuen Saison ins benachbarte Breitengüßbach.

Den Halbfinalgegner aus Split sieht Kapitän Hoffmann als „absolutes Top-Team“: „Sie haben nicht umsonst die kroatische Meisterschaft so souverän gewonnen. Das ausgeglichene Team um Leistungsträger Hrvoje Marinovic wird sicher mit breiter Brust und diesem riesigen nationalen Erfolg im Rücken nach Bamberg kommen. Um dort zu bestehen, müssen wir eine echte Spitzen-Leistung abliefern.“

Spitzen-Leistung abliefern

Die eigenen Bahnkenntnisse auf der Anlage der TSG 05 Bamberg sieht Hoffmann nicht einmal als Vorteil: „Unser letztes Spiel dort haben wir gegen Staffelstein unentschieden gespielt und nicht jeder hatte dort seinen besten Tag. Aber die Rahmenbedingungen können wir nicht beeinflussen. Auch die Zuschauer werden leider sehr fehlen. Wir müssen uns auf unsere Leistungen konzentrieren.“

Im ersten Halbfinale, morgen, bereits um 10 Uhr, scheint für den Zerbster Kapitän „Szeged gegen Zapresic klar favorisiert“. „Die Ungarn haben eine starke, ausgeglichene Mannschaft und in der Liga mit dem Meistertitel bewiesen, wie gut sie sind.“

Finaleinzug als Ziel

Das Ziel der Rot-Weißen ist aber trotz aller Umstände und „Corona-Wirren“ der Finaleinzug. „Klar wollen wir ins Finale. Wir schenken nicht schon im Vorfeld den Titel ab. Wir werden um jeden Kegel kämpfen“, gibt Hoffmann vor und ergänzt: „Motivieren muss ich dazu keinen meiner Spieler. Jeder ist froh, wieder spielen zu können. Wir sind glücklich, die ersten zu sein, die endlich wieder einen internationalen Wettkampf austragen und dann gleich ein Finalturnier der CL.“

Denn die Champions League ruft und der SKV Rot-Weiß Zerbst kann um die Krone im Classic-Kegeln mitkämpfen.

Die Zerbster greifen nach dem Champions League-Titel. Im Jahr 2017 konnten sie ihn zuletzt erringen.
Die Zerbster greifen nach dem Champions League-Titel. Im Jahr 2017 konnten sie ihn zuletzt erringen.
Foto: Sportprint Zander