Santiago de Chile (dpa) - Als jüngster Sieger der Formel-E-Geschichte konnte sich Rennfahrer Maximilian Günther vor Schulterklopfern kaum retten.

"Unglaublich reif und abgezockt" sei der 22-Jährige aus Oberstdorf bei seinem furiosen Erfolg in Santiago de Chile gefahren, schwärmte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. "Gemeinsam mit seinem Renningenieur ist er ein sehr kluges Rennen gefahren", lobte Teamchef Roger Griffiths das deutsche Motorsporttalent, dem der Sprung in die Formel 1 verwehrt geblieben war.

Wie seine berühmten Vorgänger Sebastian Vettel und Nico Rosberg hatte Günther mit Erfolgen in Nachwuchsrennserien auf sich aufmerksam gemacht, war dort teils sogar schneller als Michael Schumachers Sohn Mick. Er durfte auch im Simulator des Formel-1-Seriensiegers Mercedes testen. Doch der Autobauer setzte dann doch auf andere Jungpiloten.

So wechselte Günther in der Vorsaison in die Formel E und stieg zuletzt zum Stammfahrer bei Andretti-BMW auf. In Santiago bewies er, was in ihm steckt, als er mit starken Überholmanövern an die Spitze fuhr und sich in der letzten Runde gegen Antonio Felix da Costa durchsetzte. "Heute ist ein Traum wahr geworden", sagte Günther, nachdem er für den ersten deutschen Sieg in der vollelektrischen Rennserie seit Daniels Abts Erfolg vor 609 Tagen gesorgt hatte.

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