Berlin (dpa) - In den guten Momenten kann man sich dem Rhythmus kaum entziehen. "Meet Me in A Lover's Land" singt Nick Waterhouse im Refrain von "I Feel An Urge Coming On", bevor sich ein frenetischer Schrei aus seiner Kehle löst und er zum Solo auf der Gitarre ansetzt.

Auf seinem vierten Album - schlicht "Nick Waterhouse" betitelt - hat der Gitarrist und Sänger aus Südkalifornien wieder etliche starke Songs aufgenommen - insbesondere das mit Congas und mächtigen Bläsern funky aufspielende "Black Glass" und gleich danach das flotte "Wreck The Rod".

Auch die anderen Stücke klingen durchweg gut, sind lebendig gespielt und atmosphärisch arrangiert - etwa das bedächtige "Thoughts & Act" oder der ausufernde Instrumental-Rocker "El Viv". Insofern ist die Platte mit ihren Vorgängern auf Augenhöhe.

Wer aber auf etwas musikalisch Neues hofft, eine Überraschung, die über den Retro-Rhythm & Blues der frühen 60er Jahre hinausgeht oder das auf den letzten Alben gebotene Spektrum ein bisschen erweitert, wartet vergeblich.

Das kann man einerseits als künstlerische Konsequenz betrachten - oder andererseits als mangelnde Entwicklung. Nick Waterhouse stellt das Album am 26. März in Hamburg (Mojo) und am 27. März in Berlin (Columbia Theater) vor.