Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen." Dieser provozierende Satz stammt von einem, der schon früh als Gewissen der Gesellschaft galt: dem Schriftsteller Heinrich Böll. In einer vom Christentum geprägten Welt, so sein Argument, "gibt es Raum für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache".

Schon die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, die wir zu Weihnachten feiern, ist dafür bezeichnend. In einem armen, wehrlosen Kind tritt er den Großen und Mächtigen dieser Erde gegenüber. Und später gilt seine Aufmerksamkeit besonders denjenigen, die bedürftig oder ausgegrenzt sind. Auch sie haben eine unantastbare Würde. In jedem Menschen – von der Empfängnis bis hin zum natürlichen Tod – leuchtet das Antlitz Gottes auf.

Diese Überzeugung hat die Welt verändert und unsere Kultur entscheidend geprägt. Hin und wieder wurde und wird sie aber auch in Frage gestellt: durch Mord und Totschlag, Missbrauch und Gewalt, in der Forschung wie in der Medizin, unter ökonomisch-wirtschaftlichen Aspekten wie im alltäglichen Umgang miteinander.

Da gilt es wachsam zu bleiben und die in Gott gründende Würde eines jeden Menschen mit allen Kräften zu verteidigen. Weihnachten erinnert uns daran. Wir sollten es liebevoll feiern und seine Botschaft tatkräftig beherzigen!