Die Nachricht von den Ermittlungen gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung kommt für den FC Bayern zur Unzeit - trotz aller Beteuerungen. Seit Tagen fiebert Fußball-Deutschland dem Champions-League-Halbfinale des Rekordmeisters mit dem FC Barcelona entgegen. Dass der Bayern-Präsident, der sich seit 30 Jahren stets für die Münchener als "Abteilung Attacke" ins Zeug geworfen und sich zum Chefkritiker der Bundesliga aufgeschwungen hat, nun ausgerechnet drei Tage vor dem Giganten-Duell für unfreiwillige Turbulenzen sorgt, entbehrt nicht einer gewissen Tragik.

Es passt aber zu Hoeneß, der mit seiner Selbstanzeige und einer ersten Nachzahlung in Millionenhöhe die Flucht nach vorn angetreten hat. Ob ihn das vor weiteren Strafzahlungen oder sogar Gefängnis bewahren kann, werden erst die nächsten Monate zeigen. Auf jeden Fall hat schon jetzt Hoeneß\' Reputation gewaltigen Schaden genommen. Nicht nur in der Bundesliga erscheinen viele seiner Aussagen in neuem Licht.