Bei Sachsen-Anhalts Sozialdemokraten hat bereits drei Monate vor der Landtagswahl das Gerangel um mögliche Ministerposten begonnen. Norbert Bischoff hat mit seiner forschen Ankündigung, Sozialminister bleiben zu wollen, eine Debatte zur Unzeit angestoßen. Diese Diskussion schadet der SPD. Denn: Der Wähler kann Parteien nur wenig abgewinnen, die den Eindruck vermitteln, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Und: Auch parteiintern ist Zoff programmiert. Andreas Steppuhn, der ebenfalls mit dem Ministeramt liebäugelt, muss Bischoffs Äußerungen als Kampfansage empfinden. Insofern ist es nachvollziehbar, dass die Parteiführung verärgert auf Bischoffs Vorstoß reagiert.

Keine Frage: Sozialminister Bischoff macht einen anerkannt guten Job. Er ist in der Partei verankert, was das hervorragende Ergebnis beim SPD-Landesparteitag belegt. Das hat ihn wohl ein bisschen zu übermütig werden lassen. (Sachsen-Anhalt)