Jahrzehntelang hat der Traum vom Fliegen auf Skiern die Deutschen fasziniert. Selbst dann noch, wenn die Recknagel, Thoma, Weißflog oder Hannawald einmal nicht ganz nach vorn hüpften. Ein Grund dafür waren auch die vergleichsweise einfachen Regeln. Knapp gesagt: Wer am weitesten sprang, gewann normalerweise auch. Und jeder mittelmäßig Begabte konnte, ob nun an der Schanze oder vorm Schirm, dem Wettkampf folgen.

Die neue Windregel macht damit jetzt Schluss. Sicher, für die Sportler mag die Sache fairer sein. Aber zu welchem Preis? Das schlimmste Szenarium: Erst verliert das Publikum irgendwann die Lust, weil keiner vor lauter Bonuspunkten und Punktabzügen mehr so richtig weiß, wer denn nun gewonnen hat – und wieso. TV und Sponsoren folgen auf dem Fuße. Warum nur nimmt das Skispringen nicht Anleihe beim Biathlon, das gerade wegen seiner einfachen Regeln derart boomt? Die Antwort weiß offenbar ganz allein der Wind. (Sport)