Wenn Piraten vor der Küste Somalias geschnappt werden, wäre deren Abstrafung die logische Konsquenz. Das funktioniert im gesetzlosen Somalia nicht. Kenia sollte einspringen, sieht sich aber außerstande, des Aufkommens von Hunderten Freibeutern juristisch Herr zu werden.

So muss auch die westliche Justiz mit ran. In der Vorwoche begann in Norfolk/USA der vermutlich erste Piraterie-Prozess seit 1863. Nun folgt Hamburg, wo Seeräuber vor 400 Jahren noch kurzerhand geköpft wurden. Heute geht es Gott sei Dank ziviler zu.

Wie aber die Somalis teils unklaren Alters rechtsstaatlich-korrekt abzuurteilen sind, dafür fehlt eine BGH-Empfehlung. Hamburg erlebt eine juristische Premiere – Ausgang ungewiss. Ebenso wie das Schicksal der Piraten, wenn sie irgendwann entlassen werden. Solange Somalia keine Lebensperspektive bietet, könnten die Piraten wieder seeräubern gehen.