Chemnitz (dpa) l Der Chemnitzer Energieversorger enviaM hat vor weiter steigenden Strompreisen durch die Energiewende gewarnt. Das könne deren Akzeptanz bei den Menschen gefährden, sagte Vorstandschef Carl-Ernst Giesting gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz von 2012. Das Fördersystem für erneuerbare Energien müsse reformiert und die Betreiber von regenerativen Anlagen müssten an den Kosten für den Netzausbau beteiligt werden.

Laut Bilanz stieg der Umsatz der gesamten Unternehmensgruppe einschließlich Tochterunternehmen vor Steuern und Abgaben von 4,3 Milliarden Euro (2011) auf 4,6 Milliarden Euro. Bei enviaM allein stieg dieser von 2,6 Milliarden Euro auf rund 2,7 Milliarden Euro. Der Bilanzgewinn bei enviaM sei mit 161,4 Millionen Euro konstant geblieben, teilte das Unternehmen mit. "Wir haben ein gutes und stabiles Ergebnis hingelegt", sagte Giesting.

Der Vorstandschef forderte ein europäisiertes Gesamtkonzept für die Energiewende. Deutschland könne die Energiewende nicht im Alleingang durchsetzen. "Derzeit verfolgt jedes Bundesland beim Umbau der Energieversorgung seine eigenen Interessen. Das geht nicht."

Giesting sieht die enviaM-Gruppe für die Energiewende "gut aufgestellt". Das Unternehmen habe in die Eigenerzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien investiert und diese im vergangenen Jahr um etwa 10 Prozent auf 51,5 Megawatt gesteigert. So sei etwa die Leistungsfähigkeit der Wasserkraftwerke in Aue-Hakenkrümme, Borstendorf, Frankenberg und Thierbach verbessert worden. In diesem Jahr sei der Neubau eines Bioerdgas-Blockheizwerkes in Vetschau (Brandenburg) geplant. Das Unternehmen will 277 Millionen in den Aus- und Umbau der Stromnetze stecken.

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ist bei der enviaM-Gruppe im vergangenen Jahr von 4240 auf 4147 leicht zurückgegangen.

Die enviaM-Gruppe versorgt rund 1,5 Millionen Kunden in Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und energienahen Dienstleistungen; etwa mit den Töchtern Mitnetz und Mitgas. Anteilseigner der enviaM sind die RWE AG (Essen) mit 58,6 Prozent und rund 650 ostdeutsche Kommunen.