Eigentlich träumt jeder von weißer Weihnacht – doch ein harter Winter zum Fest hat auch seine dunkle Seite. Tausende Reisende wurden ausgebremst.

Berlin (dpa). Aus dem Traum von der weißen Weihnacht gab es für viele ein böses Erwachen: Schnee und Eis haben über die Feiertage tausende Reisende ausgebremst. Vor allem Zugreisen waren Fahrten ins Ungewisse. Der harte Winter stoppte vielerorts auch Flugpassagiere, Autofahrer und den Nahverkehr. In Ostdeutschland waren hunderte Haushalte ohne Strom, weil Schnee Leitungen beschädigt hatte. Mehrere Dächer gaben unter der Schneelast nach.

Im belgischen Lutselus brach in der heiligen Nacht um 4 Uhr das Flachdach einer 72 Jahre alten Backsteinkirche ein. Die Mitternachtsmesse hatten zuvor 200 Menschen besucht. "Wir hatten sehr viel Glück. Wenn das während der Messe passiert wäre, hätte niemand überlebt", sagte der Pfarrer.

Von Donnerstag bis Sonntag fielen zahlreiche Züge aus, andere verspäteten sich um Stunden. Am ersten Feiertag entspannte sich die Lage – und noch mehr am zweiten. In der Nacht zu Heiligabend aber stoppte Eisregen fünf Schnellzüge zwischen Hannover und Berlin. Auf Strecken im Norden blockierten immer wieder umgestürzte Bäume oder Schneewehen den Verkehr. Auf Deutschlands größter Insel Rügen brach der Zugverkehr von Sonnabend bis Sonntag zusammen. Auch im Westen, Südwesten und Osten Deutschlands steckten immer wieder Züge fest.

Blitzeis, Schnee und Verwehungen ließen auch Autofahrer im ganzen Bundesgebiet mühsam oder gar nicht vorankommen. Die Polizei meldete tausende Unfälle innerhalb von drei Tagen. Auf den verschneiten, glatten Straßen kamen mehrere Menschen ums Leben.

Auf den großen Flughäfen in Deutschland, wo an den Feiertagen sowieso weniger Flüge starten und landen als sonst, entspannte sich die Lage von Tag zu Tag. An Heiligabend hatte der Düsseldorfer Flughafen erst am Mittag aufgemacht, was etwa ein Drittel der gut 330 Flüge ausfallen ließ.

Zu einer Gefahr wurde vielerorts die Schneelast auf Bäumen und Dächern. In einem Stadtwald in Gelsenkirchen wurde Heiligabend eine 47-Jährige von einem Ast erschlagen. In mehreren Orten Nordrhein-Westfalens und Thüringens brachen Hallendächer ein. Aus Sicherheitsgründen fielen sogar Weihnachtsgottesdienste aus.

In Teilen von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen hatten zwischen Donnerstagabend und Sonntag zeitweise tausende Menschen keinen Strom, weil umstürzende Bäume Leitungen beschädigt hatten.

Am Pariser Großflughafen Charles de Gaulle mussten mehrere hundert Menschen in der stillen Nacht übernachten. Grund: Ein Mangel an Enteisungsmittel ließ hunderte Flüge ausfallen. In der Nacht zum 24. Dezember hatten mehr als 2000 Menschen dort schlafen müssen.

Erst harsch, dann schön: Vor allem gestern machten viele Menschen Ausflüge in die Mittelgebirge oder Alpen. In den Städten flanierten die Menschen. In den kommenden Tagen soll weniger Schnee fallen. Ausnahme: Deutschlands Nordosten. In einigen Gegenden Ostdeutschlands wird es bis zu minus 20 Grad kalt.

 

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