Zeitz (dpa). In Sachsen-Anhalt läuft die Ernte und Verarbeitung von Zuckerrüben auf Hochtouren. Nach Verzögerungen zu Saisonbeginn sind die Zuckerfabriken jetzt im Plan. "Wir mussten anfangs etwas auf die Bremse treten, weil die Bauern wegen der Nässe tagelang nicht auf die Felder konnten", sagte der Leiter der Zuckerfabrik Klein Wanzleben (Börde), Udo Harten.

Doch jetzt laufe in dem Werk mit 180 Beschäftigten alles wie gewohnt. 15 000 Tonnen Zuckerrüben würden täglich verarbeitet. Die Saison dauere vermutlich bis Anfang Januar. Harten rechnet mit 1,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben, etwas weniger als im Vorjahr.

Auch in der Zuckerfabrik Zeitz (Burgenlandkreis) läuft alles wie geplant. Dort musste die Produktion ebenso zu Saisonbeginn Ende September/Anfang Oktober für mehrere Tage gedrosselt werden, weil der Nachschub fehlte. "Doch nun läuft alles wie am Schnürchen, die Rüben kommen in guter Qualität und wenig verschmutzt an", sagte Werkleiter Philipp Schlüter. "Bis Ende Dezember werden täglich 12 400 Tonnen Rüben angeliefert." Etwa 1,2 Millionen Tonnen Rüben wollen die rund 230 Beschäftigten bis Jahresende verarbeiten.

Die drei Zuckerfabriken des Landes in Klein Wanzleben, Zeitz und Könnern (Salzland) verarbeiten Rüben aus Sachsen-Anhalt und aus den Nachbarländern zu Zucker oder Ethanol.

Die Bauern Sachsen-Anhalts haben nach Angaben des Bauernverbandes in diesem Jahr auf 45 000 Hektar Zuckerrüben angebaut. "Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Ertrag von 56 Tonnen je Hektar", sagte ein Verbandssprecher. Grund dafür seien das kalte Frühjahr und die Hitzewelle im Sommer. Im vergangenen Jahr wurden 60 Tonnen je Hektar geerntet. Damals war auch der Zuckergehalt der Rüben mit 18 Prozent höher, in diesem Jahr liegt er bei 15 bis 16 Prozent.