Bochum/Hamburg (dpa) l Aral hat mitgezählt: 254-mal haben die Tankstellen in Deutschland in diesem Jahr bis zum Mittwoch die Preise angehoben. Dem standen tägliche Preissenkungen an 362 Tagen gegenüber, um durchschnittlich 2,3 Cent pro Liter, wie der Marktführer in Bochum mitteilte. Das Preiskarussell an der Zapfsäule dreht sich immer schneller. Vor zwölf Jahren gab es 43 Preiserhöhungen in einem Jahr, also nicht einmal eine pro Woche.

Die Branche wertet die häufigen Preisveränderungen als Beleg für einen besonders intensiven Wettbewerb, Politik und Kartellbehörden unterstellen den Unternehmen dagegen gern Willkür und überhöhte Preise. "Ohne die immer wiederkehrenden Erhöhungsversuche hätte die gesamte Branche, große wie kleine Anbieter, deutliche Verluste gemacht", sagte Aral-Vorstand Stefan Brok. "Der deutsche Tankstellenmarkt zählt zu den wettbewerbsintensivsten in Europa."

Das Bundeskartellamt hatte dagegen festgestellt, dass ein Oligopol aus fünf Firmen (Aral, Shell, Esso, Total, Jet) den deutschen Markt dominiere und auch ohne kartellwidrige Absprachen zu gleichgetakteten Preisen komme. So gingen Aral und Shell bei Preiserhöhungen voraus, der Rest der Branche folge.