Gute Nachricht von zwei bedeutenden sachsen-anhaltischen Turmbauern für Windkraftanlagen: Sowohl der Großanlagen- und Schwermaschinenbau Dessau (gsd) als auch der Schönebecker Maschinenbau (smb) sind zu 80 Prozent ausgelastet. Auch in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise konnten die Stammbelegschaften weitestgehend gehalten werden. Firmeninhaber Thomas Mittrenga rechnet mit einem sich im nächsten Jahr wieder leicht aufwärts entwickelnden Markt.

Dessau/Schönebeck. Im März kommenden Jahres sind es schon fünf Jahre her, als in den Hallen des ehemaligen Traktorenwerkes in Schönebeck neues Leben einzog. Weil der Windanlagen-Turmbauer gsd in Dessau an der Kapazitätsgrenze arbeitete, war nach einer Lösung gesucht worden, die steigende Nachfrage nachhaltig bedienen zu können. Im nahezu verwaisten Fabrikgelände fand Geschäftsführer Thomas Mittrenga die räumlichen Voraussetzungen dafür, in der Elbestadt schnell mit der Fertigung von Stahlturmsegmenten beginnen zu können.

"Diese Entscheidung habe ich prinzipiell nicht bereut", zog Mittrenga im Volksstimme-Gespräch eine kleine runde Bilanz. "Der Standort ist in unserem Firmenverbund zu einer festen Größe geworden." Gut zwei Drittel der Hallen des früheren Traktorenwerkes werden mittlerweile selbst beziehungsweise von anderen Unternehmen genutzt.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist auch an den Werken in Dessau und Schönebeck nicht spurlos vorbeigegangen. "Allerdings hat es uns nicht so hart getroffen", sagt der Firmeninhaber, der besonders stolz darauf ist, die Stammbelegschaft von insgesamt 380 Beschäftigten und 31 Auszubildenden weitestgehend über die Zeit gehalten zu haben. "Ich rechne damit, dass der Markt im nächsten Jahr wieder anziehen wird. Dann brauchen wir unsere qualifizierten Leute", weiß Mittrenga.

Die aktuelle Kapazitätsauslastung an beiden Standorten, die zum überwiegenden Teil für den Export nach Europa arbeiten, liegt seinen Worten zufolge schon jetzt bei 80 Prozent. Dies sei ein guter Wert. Pro Jahr würden in Dessau und Schönebeck etwa 30 000 Tonnen Stahl für rund 300 Türme verarbeitet.

Der Standort Schönebeck war in den vergangenen Jahren mit Investitionen von 6,5 Millionen Euro für Maschinen und Anlagen kontinuierlich ausgebaut worden. Im laufenden Geschäftsjahr sind noch einmal bis zu drei Millionen Euro unter anderem für eine neue Laserschneidanlage in Schönebeck und ein Bohrwerk in Dessau freigegeben.

Dahinter verbirgt sich die Strategie, in Schönebeck nicht nur Stahlturmsegmente für Windanlagen bauen zu wollen, sondern mit einer entsprechenden technischen Basis auch in anderen Geschäftsfeldern aktiv zu sein und zu werden. So arbeiten von den 180 Beschäftigten rund 80 in einer eigens dafür im Jahr 2008 gegründeten Gesellschaft, dem Schönebecker Fahrzeugbau (sfb). "Dieser Bereich entwickelt sich gut", berichtet Mittrenga.

Die Firma beliefert unter anderem den Umwelttechnik-Maschinenbauer Doppstadt im benachbarten Calbe mit Fahrgestellen, baut Wartungsplattformen für Windtürme und steht in engem Kontakt mit Sonderfahrzeugbauern. Aber auch Reaktoren für Abgasreinigungsanlagen und Stege für Yachthäfen wurden schon in Schönebeck gefertigt.