Grundschulen mit weniger als 60 Schülern sollen ab 2014 dicht machen. Knapp an der Grenze zur Schließung liegen im Jerichower Land drei Grundschulen. Wie können sie sich vor dem Aus retten? Und wie sieht es an den anderen Standorten aus?

JerichowerLand l Sind Zwergschulen im Jerichower Land von der Schließung bedroht? Das Land Sachsen-Anhalt will ab 2014 70 Grundschulen dicht machen, weil sie weniger als 60 Schüler haben (Volksstimme berichtete). Auch im hiesigen Landkreis stehen manche Schulen knapp an der 60er Marke.

Ein Beispiel ist die Grundschule Gerwisch, wo derzeit nur 68 Kinder lernen. Die Gemeinde Biederitz kann aber Entwarnung geben: An den Grundschulen Biederitz und Gerwisch rechnet man ab 2015/2016 mit steigenden Kinder-Zahlen. Zehn bis 15 Prozent soll der Zuwachs aus Geburtenplus und Zuzügen von außerhalb betragen. Damit wird sich die Gerwischer Grundschule weiter aus dem kritischen Bereich wegbewegen. "Ab 2015 müssen wir uns dann ersthaft über mehr Hortplätze für die Gemeinde Gedanken machen", heißt es aus der Stadtverwaltung.

Auch in Genthin finden sich mit der "A.W. Diesterweg" Grundschule mit 81 Schülern und der Grundschule Tucheim mit 89 Schülern zwei kleinere Schulen. Jedoch sieht auch hier die Stadtverwaltung keine Gefahr. Alle Grundschulen werden bis 2019 die geforderte Schülerzahl vorweisen können. Keine Schule ist von der Schließung bedroht, ist aus der Verwaltung zu erfahren. In Genthin steigt die Schülerzahl an manchen Standorten sogar rasant, an anderen bleibt sie bis 2019 auf konstantem Niveau.

In der Einheitsgemeinde Jerichow mit der Grundschule in Jerichow und Schlagenthin sieht man ebenfalls steigende Schülerzahlen für die Zukunft. Die Grundschule Schlagenthin ist zwar auch ein kleiner Standort (mit 92 Schülern aktuell), hatte aber in den letzten Jahren steigende Schülerzahlen zu verzeichnen. Auch die nächsten drei Jahre werden es mehr Schüler, dannach soll die Zahl konstant bleiben. Auch hier

keine Gefahr der Schließung, heißt es aus der Schule.

79 Schüler hat derzeit die Schule in Jerichow. Im kommenden Schuljahr sollen es 84 werden. "Die Schülerzahlen steigen leicht in den nächsten zwei, drei Jahren. Wenn keine drastischen Wegzüge erfolgen, dann sehen wir keine Gefahr für eine Schulschließung", sagt Leiterin Gabriele Albrecht.

Im Möckeraner Bereich sind Wörmlitz mit 62 und Grabow

mit 73 Schülern in Gefahr. Um Wörmlitz zu erhalten, hat die Verwaltung im Dezember den Einzugsbereich der Schule vergrößert (Volksstimme berichtete). Kinder aus Stegelitz, Tryppehna, Zeddenick sollen dort künftig zusätzlich zur Schule gehen. Die Idee, dass auch Wallwitzer Kinder die Schülerzahl erhöhen, lehnten die Mitglieder des Ortschaftsrats ab. Der Standort gilt trotzdem weiterhin als gefährdet: Immerhin können Eltern durch einen Ausnahmeantrag bewirken, dass ihre Kinder doch in einem anderen Ort beschult werden, befürchten Befürwörter des Schulstandorts. Für Grabow, ebenfalls eine Kleinst-Schule, wurde der Einzugsbereich aktuell um den Einzugsbereich Friedensau vergrößert.

Die Stadt Burg betreffend sticht die Grundschule Niegripp als kleinste Schule hervor. Im vergangenen Jahr waren hier 64 Schüler angemeldet, jetzt sind es 67. In den nächsten Jahren soll sich die Zahl knapp über der gefährlichen 60-Schüler-Marke halten.

Die größte Grundschule im Jerichower Land ist die Grundschule "Am Weinberg" in Gommern. 322 Schüler lernen hier. "Nach Berechnungen wird die Schülerzahl in den nächsten Jahren in etwa konstant bleiben", sagt der Schulleiter und freut sich über die zunehmende Beliebtheit der Stadt Gommern.