Im Beisein von Bau- und Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) wurde gestern nach eineinhalb Jahren Bauzeit die grundsanierte Burger Franzosenstraße offiziell wieder für den Verkehr freigegeben.

Burg l Schadhaftes Kopfsteinpflaster im Straßenbereich und eine bunte Mischung aus Mosaikpflaster, Gehwegplatten, Betonsteinen und Fehlstellen auf den Gehwegen - so sah die Burger Franzosenstraße bis Sommer 2010 aus. Damals startete der grundhafte Ausbau der Straße als gemeinsame Maßnahme der Stadt und des Wasserverbandes. Etwa 1,6 Millionen Euro wurden in vier Teilabschnitten aufgewendet. Das Geld für das Projekt im Rahmen des Förderprogramms "Stadtumbau Ost" kam von der EU (58 Prozent), von Bund und Land (28 Prozent) und der Kommune, die 14 Prozent Eigenmittel beisteuerte.

Was wurde mit der stattlichen Summe bis zum Bauende am 7. Dezember geschaffen? Eine jetzt 5,70 Meter breite Asphalt-Fahrbahn mit gepflasterten Parkbuchten. Gehwege, die zur Verbesserung der Fußläufigkeit Laufbänder aus Betonplatten erhalten haben und ansonsten in Mosaikpflaster ausgeführt sind. Alle Knotenbereiche wurden durch Bordabsenkungen und den zusätzlichen Einbau von Leitsteinen (Blindenleitplatten) im Gehwegbereich kinder- und behindertengerecht ausgeführt. Zur Begrünung wurden Hainbuchen und Rosen gepflanzt. Und es gibt 45 neue Straßenlaternen. Das kann man sehen. Was man nicht sehen kann, ist das, was unter der Franzosenstraße passiert ist: Die Leitungen für Trinkwasser, Abwasser und Regenwasser wurden komplett erneuert.

"Mit dem Ausbau der im Sanierungsgebiet befindlichen Franzosenstraße konnte die Gesamtattraktivität des Altstadtbereiches weiter verbessert und aufgewertet werden", so Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) gestern bei der offiziellen Verkehrsfreigabe. Dass die finanzschwache Stadt Burg als finanziellen Eigenanteil für das Projekt nur 14 Prozent aufbringen musste, sei so Rehbaum in Richtung der anwesenden Vertreter der beiden Institutionen, dem Landtag und der Landesregierung zu danken, da Fördermittel bereitgestellt wurden. Bauminister Thomas Webel sagte, dass der Stadt Burg weitere Mittel aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" zugute kommen werden. "Damit kann unter anderem auch das Quartier am Rolandplatz in Angriff genommen werden, wo Gebäude saniert werden und altengerechte Wohnungen entstehen sollen", so Webel.

Der Name Franzosenstraße hält die Erinnerung an die Hugenotten, Glaubensflüchtlinge aus Frankreich, wach, die sich nach 1689 in Burg ansiedelten. Bis 1704 vergrößerte sich die französische Gemeinde auf 53 Familien. Ihnen wurde das Gelände an der Petrikirche (heute Franzosen-, Bruch-und Grünstraße) für den Bau ihrer Häuser zugewiesen.