Krippenspiele haben in Wernitz Tradition. Die erste Probe wird seit einigen Jahren auch mit einer Übernachtung in der Kirche verbunden. Diesmal machten 13 Kinder und Erwachsene mit und spielten ihre Version der die Geschichte von Maria und Josef durch.

Wernitz l "Ihr erzählt doch immer, dass früher alles anders war, doch wie genau, sagt ihr nie", sagte Tom Zedler am Freitagabend zu Margrit Jäckel. Die Wernitzerin saß auf ihrem Stuhl und schlüpfte am Freitag in die Rolle der Geschichtenerzählerin. Insgesamt 13 Kinder und Erwachsene absolvierte für das diesjährige Krippenspiel ihre erste Probe und wurden dabei von Gemeindepädagogin Christine Warweg angeleitet.

"Zwei bis drei Wochen vor Weihnachten", erzählte Margrit Jäckel weiter, "kam die Pfefferkuchenfrau. Wir haben gebacken. Aber nicht für den Magen, die Pfefferkuchen waren der Schmuck am Weihnachtsbaum." Doch nicht nur beim Baumschmuck gab es Unterschiede. So war es zu ihrer Zeit auch Brauch, an den Stamm der Obstbäume Stroh zu wickeln, damit sie im nächsten Sommer eine reiche Ernte haben. "Bevor wir abends in die Stube durften, gingen wir jedoch in die Kirche und erlebten die Weihnachtsgeschichte", sagte die ältere Frau.

Das war das Stichwort für Axel Schmid an der Orgel. Er spielte "Hört der Engel helle Lieder". Mit diesem Lied im Ohr kamen tatsächlich Engel aus dem Dunkel der Nacht in die Kirche. An ihrer Seite waren Maria (Sophie Zedler) und Josef (Jannis Güssefeld), die auf dem Weg nach Bethlehem ein Quartier suchten. Wie auch in der traditionellen Überlieferung klopften sie an einem Gasthaus, um einen Unterschlupf zu bekommen. Doch weil alle Betten belegt waren, bot der Wirt dem Paar seinen Stall an. Und so kam es, dass dort in der Nacht das Christkind geboren wurde. Auch die drei Hirten durften dabei nicht fehlen. Sie werden von Siegfried Bethke, Henning Schulz und Tom Zedler gespielt.

"Diese Geschichte ist für mich das Wichtigste zu Weihnachten", sagte Christine Warweg. Für die Gemeindepädagogin ist es die letzte Krippenspielsaison und sie genießt die letzten Wochen in ihrem Job noch in vollen Zügen. Zur Tradition der ersten Probe gehört in Wernitz auch eine Übernachtung in der Kirche. Nach dem ersten Durchlauf am Freitag hatten sich die Kinder und Erwachsenen erst einmal eine Pause verdient und genossen ein gemeinsames Abendbrot. Danach spielten sie weiter und rundeten den Probenabend mit einer Bastelstunde ab. Und so wie der Abend endete, begann der Morgen für die Akteure - mit weiteren Proben.

Für Luise Blume und Henning Schulz wird das Krippenspiel an Heiligabend eine Premiere sein. Luise gehört beim Spiel zwar schon zu den alten Hasen, hat aber noch nie dabei Orgel gespielt. Henning Schulze war bis zu seinem 13. Lebenjahr immer beim Krippenspiel dabei und erlebt nun als erwachsener Mitwirkender seine Feuertaufe. Nach der Generalprobe am Freitag wird es Heiligabend ab 17 Uhr ernst.

Christine Warweg betreut jedoch nicht nur Akteure in Wernitz, sondern probt auch mit Kindern und Erwachsenen in Jerchel und Potzehne, die die Geschichte von Maria und Josef ebenfalls an Heiligabend verbreiten. Abschied von ihrem Amt nimmt die emsige Frau aus Solpke am 29. Januar. Der Festgottesdienst wird von Superintendent Matthias Heinrich geleitet. Auch auf diesen Lebensabschnitt freut sie sich und und genießt deshalb noch einmal die vorerst letzte berufstätige Weihnachtszeit.