Feierlich starteten gestern Bundes- und Landespolitiker den Bau der letzten Schleuse des Elbe-Havel-Kanals bei Zerben. In vier Jahren kann damit das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit abgeschlossen werden.

Zerben/Güsen l Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 17 steht vor seiner Vollendung. Der Elbe-Havel-Kanal wird nun auf den letzten Teilstücken ausgebaut, damit große Binnenschiffe mit Containern beladen die Waren über die Wasserstraßen transportieren können.

Die Schleuse Zerben, 1938 in Dienst gestellt, stellt ein Nadelöhr für große Schiffe dar. Deswegen ist es nur konsequent, dass die Schleuse nun ersetzt wird von einem neuen Bauwerk. Die Planer der ersten Schleuse hatten in weiser Voraussicht das Gelände neben der Schleuse bereits erworben, freute sich Thomas Menzel, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost. Bis spätestens 2017, so Menzel weiter, werde eine Arbeitsgemeinschaft von Unternehmen eine moderne Schleuse bei Zerben errichtet haben. Rund 60 Millionen Euro soll das Bauwerk kosten. Zusammen mit weiteren Arbeiten an den Vorhäfen schätzte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesbauministeriums, Enak Ferlemann (CDU), die Gesamtkosten auf rund 77 Millionen Euro.

Er sowie Landesbauminister Thomas Webel (CDU) betonten in ihren Ansprachen die Notwendigkeit des Ausbaus der Wasserstraße. Ziel sei es seit dem Mauerfall gewesen, den Rhein bis zur Oder über große und gut nutzbare Wasserstraßen zu verbinden.

Die Wasserstraßen, die zurzeit noch wenig genutzt werden für den gewerblichen Gütertransport, hätten in der Zukunft ein großes Potenzial, zeigten sich beide Politiker einig. Allerdings werde die Größe der nutzbaren Schiffe von dem kleinsten Nadelöhr bestimmt, sagte Enak Ferlemann weiter.

Für das Verkehrsprojekt der Deutschen Einheit Nummer 17 seien insgesamt zwei Milliarden Euro vorgesehen. 1,5 Milliarden habe der Bund bereits verbaut, sagte der Staatssekretär.

Die neue Zerbener Schleuse wird eine Schleusenkammer von 190 Meter Länge haben. Das Becken wird 12,5 Meter breit sein, damit auch die modernsten Schiffe den Kanal benutzen können. Mit dem Ausbau hoffen die Politiker auf eine Belebung des Verkehrs auf dem Wasser.

Im Bundesverkehrsministerium ist den Fachleuten aber auch klar, dass der Elbe-Havel-Kanal für den Wassertourismus eine große Rolle spielt. Dies sei allerdings keine Bundesaufgabe, entgegnete der Staatssekretär. Werden hier weitere Anbindungen an die Bundeswasserstraße benötigt, müssten sich die Länder mit dem Thema beschäftigen, ließ er wissen.

Die Investition in die neue Schleuse begrüßte ebenfalls Bürgermeisterin Jutta Mannewitz in einer kleinen Ansprache. Der Ausbau des Kanales sei gut für die Region und könne den Tourismus in der Gegend ankurbeln.

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