Elbe-Parey/Ferchland l Die Situation an den Deichen im Bereich der Gemeinde Elbe-Parey war am Wochenende vergleichsweise entspannt, was nicht heißt, dass das auch bei Verantwortlichen und Helfern so war. Die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft war den Leuten anzumerken.

Einige Tage Schwerpunkt - und dann doch aufgegeben - war der Notdeich um einige Grundstücke der Chausseestraße, die auf höherem Gelände zwischen den auslaufenden Hauptdeich-Abschnitten liegen, teilweise jedoch tiefer als die Deichkrone. Mit viel Aufwand war um diese Grundstücke herum am Donnerstag ein Wall aus Kies, eingepackt mit Folie, errichtet worden. Mit steigendem Wasser wurde die Situation jedoch immer kritischer. Bereits am Freitag wurde damit begonnen, den Wall innen mit Sandsäcken zu verstärken.

Am Sonnabend waren mehrere Gruppen des Technischen Hilfswerks vor Ort: aus Berlin-Reinickendorf, Berlin-Spandau, Burg und Saarlouis. Die insgesamt 42 Einsatzkräfte trafen zwischen 7 und 7.30 Uhr ein. Etwas später kamen noch spontan sechs Helfer von der Bundeswehr dazu. Sie gehörten dem Aufklärungsbataillon 6 aus Eutin/Schleswig-Holstein an, das seit Mittwoch in Burg in der Clausewitz-Kaserne stationiert ist, erklärte Hauptfeldwebel Tobias D. "Wir erkunden den ganzen Bereich zwischen Hohenwarthe und Jerichow, wo Unterstützung gebraucht wird und wo Schwachstellen sind."

"Es wurde ein Level erreicht, wo man nicht mehr machen kann", beschrieb THW-Einsatzleiter Kai-Yong Mohr aus Berlin-Reinickendorf am Sonnabend gegen Mittag die Situation, kurz bevor die Helfer abrückten. "Wir haben jetzt nur noch ein Loch geflickt. Die Anwohner bekommen noch Paletten mit Sandsäcken her. Sie wollen noch weiter versuchen, den Damm zu halten."

Zu diesem Zeitpunkt schätzte Kai-Yong Mohr noch ein: "Die Sicherung gelang besser als erwartet." Er betonte aber auch, dass dieser Behelfsdeich von Anfang an nicht optimal geplant worden sei.

Sonntagfrüh gegen halb sieben war der Damm dann nicht mehr zu halten und brach durch, berichteten gestern die Anwohner. Direkt betroffen waren einige der Häuser in diesem Bereich, die entsprechend tief liegen. Jedoch musste der TAV die Hebestelle der Abwasserentsorgung abklemmen, damit dort kein Wasser eindringt. TAV-Geschäftsführer Bernd Kremkau war Sonntagvormittag selbst vor Ort.

Gestern Nachmittag wurde im Kat-Stab der Gemeinde die Situation an den Hauptdeichen so eingeschätzt, dass keine akute Gefahr besteht. "Wir haben an zwei Stellen im Bereich Zerben insgesamt sieben Quellkaden eingebaut, wo klares Wasser durchgesickert ist. Bei fast allen ist das Sickern komplett zum Stillstand gebracht worden." Außerdem haben elbseitig Biber versucht, sich in den Deich einzugraben. Das konnte mit Sandsäcken verhindert werden, man müsse aber ständig auf der Hut sein.

Im Deichbereich bei Zerben sickere örtlich aus tieferen Schichte Wasser durch. Das sei aber erwünscht, um einen Druckausgleich zu erzielen. "Die Annahme, dass ein Deich vollständig dicht sein muss, ist falsch", erklärte Fricke.

In der Sporthalle in Parey sind die Kräfte des THW einquartiert worden, die gestern in Jerichow geholfen haben, berichtete Bürgermeisterin Jutta Mannewitz.

Die Elbe-Pareyer Feuerwehren waren seit gestern alle in Bereitschaft, teilte Steve Flügge, stellvertretender Gemeindewehrleiter, mit. "Bis dahin hatten wir nur in Güsen und Zerben Stützpunkte - in Güsen für normale Einsätze und in Zerben für das Hochwasser.

   

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