Genthin lIn der Kanalstadt sind einige Hochwasseropfer untergekommen. Zum Teil haben Familien ihre Verwandten aus dem Landkreis Stendal aufgenommen, so dass die Hilfe von privater Seite organisiert wurde.

Auch das Haus der Wohnhilfe der Diakonie hat eine dreiköpfige Familie aufgenommen."Die Familie aus Fischbeck war kurz vor der Flut zu einem Kurztrip aufgebrochen, als sie in ihre Wohnung zurückkehren wollten, war der Deich gebrochen und der Ort stand unter Wasser", erläutert Christoph Grothe von der Diakonie.

Schockiert mussten sie feststellen, dass die Wassermassen ihre Wohnung umschlungen hatten. Von den Einsatzkräften in Fischbeck wurden sie nicht einmal mehr in die Nähe gelassen. Die Familie wolle nun erst einmal zur Ruhe kommen und sei von ehrenamtlichen Mitarbeitern fürs Erste versorgt worden. "Die Familie steht noch unter dem Eindruck der Ereignisse und möchte sich derzeit nicht in der Öffentlichkeit äußern", so Grothe. Die Diakonie habe sich bereits in der vergangenen Woche auf Notsituationen eingerichtet.

"Wir haben zwei Wohnungen für je vier Personen und einige Einzelplätze, so dass wir 13 Menschen unterbringen könnten", erläutert Grothe. "Diese Plätze haben wir der Stadt gemeldet." Da die Wohnungen voll eingerichtet sind, ist für die Familie, zu der eine schulpflichtige Tochter gehört, ein weitestgehend geregeltes Leben möglich.

"Das Mädchen ist sofort in der Grundschule aufgenommen worden, so dass sie durch den Unterricht ein wenig von ihrer Situation abgelenkt wird." Es sei nicht klar, wie lange die Familie in Genthin bleiben muss. Allerdings ist sie bereits auf der Suche nach einem neuen Quartier.

"Wir stehen den Flutopfern bei Anträgen zur Soforthilfe und beim Schritt in die Selbstständigkeit zur Seite", sagt Grothe. Flutopfer habe man in dieser Form noch nicht betreut. Für gewöhnlich begleiten die Mitarbeiter des Hauses der Wohnhilfe Menschen, die aus der Obdachlosigkeit kommen und oft schon längere Zeit auf der Straße gelebt haben.

"Das ist keine völlig andere Arbeit", meint Christoph Grote der seit Anfang April für die Betreuung in Genthin zuständig ist. "Die Menschen kommen auch nur mit wenig Habseligkeiten und wir versuchen, ihnen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu ebnen."

Aber es gibt auch Unterschiede in der Betreuung von Menschen, die durch das Hochwasser alles verloren haben. Im Falle der Flutopfer ist es allerdings zumeist so, dass das Trauma des Verlustes des eigenen Besitzes aufgearbeitet werden muss.

Zudem müssen sie den Mut zum Neuanfang aufbringen. Auch dabei helfen Grothe und seine Mitarbeiter.