Die Genthiner Thomas Dietert und Elli Kern, die sich im Mai in Ulm mit dem Kanu zum Globalen Triathlon aufgemacht haben, sind in Neuseeland angekommen. Die Nord- und die Südinsel wollen sie mit dem Rad auf ihrer nunmehr dritten Etappe bereisen. Aber vielleicht ändern sie noch die Reiseroute.

Genthin l Weihnachtsgrüße vom anderen Ende der Welt erreichten die Volksstimme-Leser aus Neuseeland von den beiden Genthinern, die die Welt auf eigene Faust erkunden.

Die Berichterstattung, freut sich Thomas Dietert, trage dazu bei, dass die Volksstimme-Leser an ihren Erlebnissen teilhaben können. Die aufreibende Etappe in Südostasien haben die Abenteurer Anfang November beendet. Der Landschaftsökologe und die Lehrerin absolvierten diese zweite Etappe per Trekking in einem Zeitfenster von etwa drei Monaten durch Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und Bali. Dann folgte ein unplanmäßiger Zwischenstopp in Australien. "Es war einfach an der Zeit, etwas zur Ruhe zu kommen, Kräfte zu mobilisieren, sowie sich auf die anstehende Fahrradetappe in Neuseeland vorzubereiten", schreibt Thomas Dietert in einer E-Mail an die Redaktion.

Die Genthiner verbrachten einen Monat an der Westküste Australiens bei Freunden, die Thomas Dietert vor acht Jahren kennengelernt hatte.

Von dort aus ging es für die beiden nach Neuseeland. Auckland war das Ziel, das die Weltenbummler erst nach einigen Umwegen über die Ostküste erreichten. Dietert: "Nicht alle öffentlichen Verkehrsmittel fahren so, wie sie sollten". Der dritten und letzten Etappe des Globalen Triathlons steht nun nichts mehr im Wege. "Die Suche nach geeigneten Fahrrädern und entsprechender Ausrüstung hat schon begonnen", schrieb er am Wochenende. Weihnachtliche Ruhe wollte sich das Paar nicht gönnen: "Das Wichtigste haben wir zusammen. In den nächsten Tagen fällt dann der Startschuss und es wird kräftig in die Pedale getreten". Doch der Optimismus der vergangenen Tage hat kleine Kratzer bekommen, wie neuesten Nachrichten vermuten lassen. Denn wie immer ist Thomas Dieterts Opa Otto aus Altenplathow durch tägliche Telefonate zeitnah an den Erlebnissen der Abenteurer dran. Mit dem Rad seien die hohen Berge für Elly sehr schwer zu meistern. Ihre Stimmung sei deshalb vor zwei Tagen auf einen Tiefpunkt gerutscht, berichtet er. Otto Dietert hat deshalb seinem Enkel geraten, die Tour an die Ostküste zu verlagern, die eine flachere Strecke aufweist. Doch Opa Otto ist ein kluger Mann: "Die Tour haben die jungen Leute so gewollt, jetzt müssen sie sich entscheiden, wie sie weitermachen", sagt er. Am liebsten wäre ihm jedoch, die beiden drückten jetzt "ordentlich auf die Tube" und kämen noch früher als geplant nach Hause. "Aber ich kann eben nur schlaue Reden halten".

Elly Kern und Thomas Dietert wollten ursprünglich die Nord- und die Südinsel Neuseeland mit dem Fahrrad bereisen. Vorgenommen haben sich die Weltenbummler aber auch über Work and Travel, zu Deutsch Arbeiten und Reisen, die Arbeitskultur im fremden Land kennenzulernen und zugleich die Reisekasse aufzubessern. Für den Neuseeland-Trip haben sie sechs Monate eingeplant, so dass die Abenteurer vorraussichtlich im Mai nächsten Jahres wieder in Genthin begrüßt werden können.