Halberstadt l Stirbt ein Haustier, fühlt sich dessen Verlust für viele Besitzer so an, als fehle ein Familienmitglied. Diese schmerzhafte Erfahrung hat auch Bärbel Tränkel machen müssen. 17 Jahre lang war der Halberstädterin ihre Katze das Liebste. Kurz nach dem Tod des Haustieres machte sich die 56-Jährige auf den Weg ins Katzenhaus Halberstadt - ein neues Tier sollte trösten. In der Fundstation warten derzeit 23 Katzen auf neue Besitzer. Bärbel Tränkel nahm trotzdem keinen der Vierbeiner mit nach Hause. Sie sei enttäuscht gewesen von den Tieren, die man ihr angeboten habe.

"Ich habe Frau Tränkel mehrere Katzen gezeigt, die in Frage kommen könnten, die ideal wären als Trost für das verstorbene Tier. Denn sie braucht ja keine wilde Katze, die scheu ist und wegrennt. Davon haben wir derzeit nämlich viele in der Fundstation", erklärt Christine Klinger, Mitarbeiterin im Katzenhaus.

Fundkatze kostet 50 Euro

"Dann hat Frau Tränkel ¿Tiffy\' gesehen, eine graue Tigerkatze. Diese wollte sie gern mitnehmen, weil sie sie an ihre alte Katze erinnert hat", fügt die Tierschützerin hinzu. Kätzchen "Tiffy" jedoch könne momentan noch nicht vermittelt werden. "Sie hat eine Pilzerkrankung, die für Tiere und Menschen ansteckend ist", erklärt Christine Klinger. Erst, wenn die Gefahr vorrüber sei, dürfe das Tier entlassen werden. Für eine Ablösegebühr von 50 Euro kann sich der neue Besitzer einer Fundkatze über ein kastriertes, entwurmtes und geimpftes Tier freuen.

Viele besonders junge Katzen würden jedes Jahr im Mai in der Fundstation im Tiergarten abgegeben werden, sagt Christine Klinger. "Oft entdecken die Leute Katzenbabys unter einem Busch und sammeln sie ein, weil sie denken, dass die Katzenmutter weg ist. Dabei ist sie in vielen Fällen nur grad auf der Jagd und hat ihre Kinder versteckt. Später kehrt sie zurück", erklärt Christine Klinger.

Welpen nicht gleich einsammeln

Die Tierschützerin empfiehlt allen, die (vermeintlich) allein gelassene Katzenwelpen entdecken, die Situation zunächst ein bis zwei Tage zu beobachten und erst dann einzugreifen. 15 bis 20 sehr junge Katzen werden jedes Jahr im Mai in der Fundstation abgegeben. "Dann wären wir wieder voll", sagt Christine Klinger.

Bärbel Tränkel ist schließlich im Tierheim in Quedlinburg doch noch fündig geworden. "Von dort habe ich zwei Katzen mit nach Hause genommen", freut sie sich.

Weitere Informationen unter www.katzenhaus-halberstadt.de