Osterwieck (mhe) l Dezente Klänge ziehen über den Osterwiecker Stephanikirchhof. Eine Windharfe ist dort am Montag vor dem Westwerk der Kirche aufgestellt worden. Eine Idee des Kulturlandvereins, um die Ausstellung zur Himmelsscheibe, die Tausende Besucher in die Stadt locken soll, mit Musik zu begleiten. Die fünf Saiten in einem Windkanal erzeugen über einen Klangkörper sphärenartige Töne, die sich je nach Windstärke verändern.

Jutta Kelm ist die Erbauerin der Windharfe. Sie kam zum Aufstellen des Instruments aus ihrer Werkstatt im niedersächsischen Oldenburg nach Osterwieck gereist. Die gelernte Geigenbauerin stellt seit 20 Jahren Windharfen her, hat sich mit der Zeit ganz darauf spezialisiert und ist nach eigenen Angaben als Hauptberufliche die einzige in Europa. Ihre Instrumente stehen in Städten, Parks und auch auf Bergen, in Nord- und Südeuropa. "Ich habe verschiedene Typen entwickelt", berichtete Jutta Kelm. In Osterwieck steht ein großes Exemplar.

Kelm bekam über eine gemeinsame Freundin Kontakt zur hiesigen Geigenbauerin Renate Fink. Die Osterwieckerin und das in Berßel ansässige Unternehmen Landboden Osterwieck finanzieren die sechsmonatige Ausleihe der Windharfe. "Danach kann sie auch gern hier bleiben", sagte Kelm. Dann müsste das Ins-trument aber gekauft werden. Ansonsten wird es wohl nach Berlin in einen Park gehen.