Der Öffentlichkeit hat sich die Bürgerinitiative Zilly schon eindrucksvoll präsentiert. Im Dorf bewegt sich was.

Zilly l Gemeinhin ist es ja meist so, dass Bürgerinitiativen etwas verhindern wollen. In Erinnerung ist die Osterwiecker Arsenfabrik oder aktuell die Rhodener Hähnchenmast. In Zilly ist das etwas anders, diese Bürgerinitiative möchte etwas erhalten - die Kindertagesstätte im Dorf.

Gegründet hat sie sich im Januar, nachdem Zillyer Eltern den Bericht der Kita-Lenkungsgruppe des Sozialausschusses in die Hände bekamen. In dem Bericht wurde u. a. die Schließung der Zillyer Kindertagesstätte vorgeschagen. Die Kinder sollten stattdessen mit in Dardesheim betreut werden, so der Vorschlag.

Die Bürgerinitiative, das zeigten schon ihre personell starken Auftritte auf diversen Sitzungen der Stadtratsgremien, macht keinen Rabatz. Sie will sich stattdessen selbst aktiv dabei einbringen, wie durch neue Ideen die Kindertagesstätten im Stadtgebiet dem demografischen Wandel trotzen können, ja, wie überhaupt das Leben auf dem Lande weiter lebenswert bleiben soll. Daher der Projektname: "Unsere Heimat, unser Leben, unsere Zukunft".

Die Mitglieder der Initiative treffen sich einmal im Monat. Darüber hinaus gibt es Sitzungen der fünf Arbeitsgruppen. Das Kita-Problem ist dabei nur eines der Themen. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich zum Beispiel mit Strategien, strebt den Ausbau des ehrenamtlichen Engagements an, erstellt Konzepte. Der Sport ist vertreten durch die Arbeitsgruppe des Sportvereins. Dessen schon länger währendes Projekt "Was Zilly bewegt" wurde angeschoben, weil dem Verein Freizeitangebote und damit die Mitglieder fehlten, aber andererseits der Bedarf, dass Jung und Alt gemeinsam Sport treiben, vorhanden ist. Ein Bewegungsparcours und mehrere Sportkurse sind bereits vorzeigbare Ergebnisse.

Eine Arbeitsgruppe bildet der Förderverein der Wasserburganlage, und ein weiteres Team die Bürger- und Seniorenvertretung. Was insgesamt dokumentiert, dass es der Bürgerinitiative um das Zusammenleben aller Generationen im Dorf geht.

"Alle Projekte und Aktivitäten haben die Zielstellung, die Infrastruktur, deren Rahmenbedingungen und somit die Lebensqualität in unserer ländlichen Heimat für alle Generationen zu erhalten und zu verbessern", erklärte Marc Heyer, der gemeinsam mit Michael Schidlo Sprecher der Bürgerinitiative ist. "Die vorhandenen Vereine und Institutionen bilden hierbei die ersten festen Säulen innerhalb der Initiative."

Der Erhalt der Kindertagesstätte hat momentan oberste Priorität. Aber es geht auch um Pionierarbeit, um ganz neue Wege, wie einen Biogarten zur gemeinsamen Nutzung aller Generationen - "grünes Klassenzimmer" genannt. Die Initiative organisierte eine Fragebogenaktion, wie sich die Zillyer das Leben im Dorf vorstellen. Die Auswertung der über 300 Antworten läuft noch. Wie Marc Heyer berichtete, sollen die Ergebnisse auf einer Veranstaltung im Mai öffentlich vorgestellt werden.