Ob die Annahmestelle für Grünabfälle in Oebisfelde auch in diesem Jahr wieder öffnen wird, ist unklar. Derzeit wird über eine Neuauflage des Pilotprojektes diskutiert. Fast exakt vor einem Jahr, am 16. April, hatten die Kommune Oebisfelde-Weferlingen und der kreisliche Eigenbetrieb Abfallentsorgung das Pilotprojekt gestartet.

Oebisfelde l "Wir befinden uns in der Entscheidungsphase mit dem Auswerten des Projektes - insbesondere, ob sich der Aufwand gelohnt hat. Denn wir müssen auch auf die Wirtschaftlichkeit achten. Ob wir die Entsorgung in Oebisfelde weiterführen, kann ich daher noch nicht sagen", erklärte Marko Kricheldorf vom Eigenbetrieb, der in Wolmirstedt seinen Sitz hat.

Geöffnet hatte die Oebisfelder Entsorgungsstelle auf dem Gelände der ehemaligen Konservenfabrik, Hintereingang am Breiten Weg, vom 16. April bis zum 29. Oktober. Am letzten Entsorgungstag hatte dort Ralf Miegel, Mitarbeiter des kommunalen Wirtschaftshofes, Dienst. "Wir haben in den über sechs Monaten an jedem Annahmetag 20 bis 25 Säcke, gefüllt mit Rasenmahd oder Laub, entgegengenommen. Ich denke, das war eine gute Bilanz. Zudem ist auch jede Menge Strauchschnitt angefahren worden", sagte Miegel damals. Geöffnet hatte der Platz immer montags von 14 bis 17 Uhr. Zu Beginn des Projektes hatte der Platz auch freitags von 9 bis 13 Uhr offen. Doch wegen der geringen Frequentierung sei der Freitag gestrichen worden.

Abgegeben konnte der grüne Abfall, außer der möglichst gebündelte Strauchschnitt, allerdings nur in vom Eigenbetrieb herausgegebenen Papiersäcken, die, wenn sie auf dem Kompost landen, sich selbst zerlegen. Die Säcke waren und sind im Bürgerbüro des Oebisfelder Rathauses für 1,36 Euro erhältlich.

Kein Hausmüll entdeckt

Unsicher waren die Initiatoren indes, ob in den Säcken unter Gras und Laub nicht Hausmüll versteckt wird. Doch das sei nicht der Fall gewesen. "Wir haben die Säcke auch kontrolliert. Hausmüll haben wir keinen entdeckt",berichtete Miegel Ende Oktober. Wäre das der Fall gewesen, besonders wenn vermehrt Hausmüll gefunden worden wäre, hätte der Wolmirstedter Betrieb die Annahmestelle sofort geschlossen.

Auch die Anlieger hatten mit der Annahmestelle keine Probleme. Befürchtungen ihrerseits, dass die Säcke wild durcheinanderliegen und der Inhalt in der Sonne mit Blick auf die Rasenmahd anfängt üble Gerüche zu verbreiten, erwiesen sich als grundlos. "Dort ist alles in geordneten Bahnen abgelaufen. Ich selbst habe die Annahmestelle genutzt. Ich würde mich freuen, wenn sie wieder geöffnet wird", erzählte Anwohnerin Cornelia Essebier.

Angeschoben wurde das Projekt übrigens von Mitgliedern des Ortschaftsrates. Ihrer damaligen Meinung nach wird trotz Biotonne oder Komposthaufen auf Wohngrundstücken und Gärten Grünschnitt oftmals illegal in der Landschaft abgekippt. Mit der Annahmestelle sollte dies abgestellt beziehungsweise eingedämmt werden. Ob das Ziel erreicht wurde, ist ebenso unklar wie die Wiedereröffnung der Entsorgungsstelle am Breiten Weg.