Eine Million Euro investiert das Niederndodeleber Landwirtschaftsunternehmen Agrobördegrün in eine moderne Getreidelagerhalle. Der Clou: Solarfelder auf dem Dach liefern umweltfreundlichen Strom.

Niederndodeleben l Eine Investition in die Zukunft nannte Ronald Westphal, der Geschäftsführer von Agrobördegrün, den Bau einer neuen Getreidehalle bei deren Grundsteinlegung. Bis kurz nach der Wende stand am selben Standort ein Kuhstall. Zuvor gehörte das Grundstück zur Zichoriendarre im einst selbstständigen und heute zu Niederndodeleben gehörenden Schnarsleben.

Halle ist Herzstück eines neuen Konzepts für Getreidelagerung

Im Februar hatten die Ab- rissarbeiten des alten Kuhstalls begonnen. "Wir haben zuvor unsere Getreidelagerung neu konzipiert. Die bisherigen Lagerkapazitäten waren an ihre Grenzen gestoßen. Eine kleinere Halle wurde verkauft - im Wissen um den beabsichtigten Neubau an diesem Standort", erläuterte Westphal.

Die neue Halle ist mit 20 mal 80 Metern sechs Meter an jeder Seite breiter als der alte Kuhstall. Neben einem großen Raum für die Getreidelagerung dienen abgetrennte Kleinbereiche für die Aufbewahrung von technischen Kleinteilen. "Ersatzteile und technisches gerät bekommen damit in Zukunft keine Füße mehr", betonte Westphal in Anspielung auf die immer wieder zu beklagenden Diebstähle vom Betriebsgelände des Agrarunternehmens.

Die Kosten für die Halle betragen 800000 Euro, die Solaranlage auf dem Dach kostet weitere 200000 Euro. Fördermittel fließen nicht.

Ende Juni soll das Bauvorhaben bereits abgeschlossen sein

"Die Abmaße der riesigen Dachfläche haben geradezu nach einer Photovoltaikanlage geschrien. Das wollen wir nutzen", unterstrich der Geschäftsführer. Sein Unternehmen ist bereits Teilhaber der Bio-Ölwerks in Magdeburg-Rothensee und betreibt mit Geschäftspartnern zwei Biogasanlagen in Niederndodeleben. 40 Prozent des umweltfreundlich erzeugten Stroms vom Hallendach wird für die Aufbereitung des eingelagerten Getreides sowie für die Energieversorgung der Werkstätten und Tankstelle auf dem Betriebsgelände genutzt. Der Rest wird in das öffentliche Stromnetz gespeist.

Im Winter, wenn das Getreide verkauft ist, soll die Halle als Fahrzeughalle für die landwirtschaftlichen Großgeräte genutzt werden.

Die Halle wird als Stahlblechkonstruktion mit umlaufender Betonmauer und einem Vordach errichtet. Bereits in einem Monat ist Termin für das Richtfest. Ende Juni soll die Halle mit Solaranlage stehen.