Wellen l "Einmal im Jahr trifft man sich immer wieder und wenn es auf dem Kartoffelacker ist", riefen sich die Besucher des Kartoffelfestes in Wellen gut gelaunt zu. Und so wollte auch Innenminister Holger Stahlknecht, bekanntlich in Wellen zu Hause, es sich nicht nehmen lassen, einmal bei dem kleinen Fest auf Haenschkes Acker vorbeizuschauen und sich mit Leckereien verwöhnen zu lassen. "Ich habe zwar nur eine halbe Stunde Zeit, aber ich bin gerne hier", sagte er. Ebenso war der Ortsbürgermeister Michael Zentel unter den Gästen.

Mit einem treffenden Satz brachte es auch Edeltraud Teetzen von den organisierenden Wellener Heimatfreunden auf den Punkt: "Wenn weiße Zeltdächer auf dem Acker leuchten, dann liegen die Wellener in der Kartoffelfurche." Und zur echten Handarbeit wie zu Großmutters Zeiten ließen sich die Wellener und ihre Gäste nicht lange bitten.

Nach einem kurzen Fußmarsch, da der Kartoffelacker diesmal ein wenig abseits lag, ging es tüchtig zur Sache. Die Eimer zum Einsammeln der Kartoffeln, die Bauer Heinz Haenschke mit seinem Pferdegespann aus der Erde gepflügt hatte, waren ruckzuck vergriffen. Selbst Kinder waren emsig beim Kartoffelaufsuchen dabei. "Die kleinen Erntehelfer können hier sehen, wie eine Kartoffel wächst und mehr zum einst mühsamen Anbau der Erdfrucht erfahren", erklärte Edeltraud Teetzen. Das Wetter hatten die Wellener Heimatfreunde diesmal ganz auf ihrer Seite, denn bei herrlichem Sonnenschein und etwas Wind machte die Kartoffelernte richtig Spaß. Im Nu waren die Säcke gefüllt und zum Verladen in Handwagen und Autohänger bereit. "Da die teure Saat diesmal nicht so ertragreich war, mussten wir den Verkaufspreis etwas anheben", so Edeltraud Teetzen. Aber auch den bezahlten die Erntehelfer gern.

Wer nach dem Ernteeinsatz hungrig war, konnte sich nicht nur mit Kuchen stärken, die die Wellener Frauen in einer Vielzahl gebacken hatten, sondern auch mit Köstlichkeiten aus der Kartoffel.

Während ältere Semester beim gemütlichen Beisammensein die Gaumenfreuden genossen, tobten die Kinder im Stroh, das Volker Dorendorf wieder herangefahren hatte. Auch das Knüppelkuchenbacken kam bei den jüngsten Gästen wieder gut an. Und wer sich jetzt schon den Spätsommer oder den Herbst in die Wohnstube holen wollte, konnte an einem Dekostand fündig werden.

"Wir haben wieder alles fleißig vorbereitet, aber ohne die Unterstützung der Gemeindearbeiter um Matthias Müller wären wir als Wellener Heimatfreunde schlecht dran", so Edeltraud Teetzen, die in den Gemeindearbeitern immer verlässliche Partner beim Aufbau auf der Festwiese sieht. Dass die Wellener das Kartoffelfest, das meist Ende August stattfindet, schon fest im Kalender angestrichen haben, bewies, dass sich pünktlich zum angekündigten Beginn, die Bänke im Zelt und auch die Festwiese füllten. Und nicht nur Wellener kamen, auch aus den umliegenden Orten waren die Ernte-helfer angereist. Einer von ihnen war Jürgen Ehebrecht aus Irxleben, der mit seiner vierjährigen Enkeltochter Sophie rasch zwei Eimer voll großer Kartoffeln gefüllt hatte.

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