Die Niederndodeleber Kinderfeuerwehr ist gegründet. Während des Tages der offenen Tür feierten die Brandschützer mit vielen Besuchern ihre Nachfolger. Startgeld von zwei Sponsoren hilft beim Aufbau.

Niederndodeleben l Das Ringen um den Nachwuchs kann bald zur Überlebensfrage der Feuerwehren im Land werden. Die geburtenschwachen Jahrgänge verschärfen die Lage. Die Gemeindefeuerwehr Hohe Börde will deshalb rechtzeitig dem Trend entgegensteuern.

Kinderfeuerwehr Nummer 25 im ganzen Landkreis Börde

Neben den 15 mitunter seit Jahrzehnten bestehenden Jugendfeuerwehren wurden in den vergangenen fünf Jahren acht Kinderfeuerwehren gegründet. Kreisweit gab es bisher 25 Kinderfeuerwehren.

In Kinderfeuerwehren kann sich der Nachwuchs bereits ab sechs Jahren mit Brandschutzerziehung beschäftigen und schrittweise altersgerecht an das Feuerwehrleben herangeführt werden. Zukünftig sollen in der Hohen Börde schon Kinder ab vier Jahren Mitglied einer Kinderfeuerwehr werden können.

In Niederndodeleben waren vor Monaten die Vorbereitungen für die Gründung der Kinderfeuerwehr angelaufen. "Andere Vereine fangen ja auch schon im Kindergarten- und Grundschulalter an, um das Interesse der Kinder zu werben. Da wollen wir nicht nachstehen, denn später ist sehr schwer, noch Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen. Und wer lange dabei ist, der wird meist auch Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau", glaubt Ralf Gehrling.

Gehrling ist ein Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Zusammen mit seiner Tochter Linda - Feuerwehrfrau und angehende Erzieherin - und mit Kamerad Maurice Schmid hat Gehrling für die jüngste Löschgemeinschaft im Dorf getrommelt. Mit Erfolg.

17 Kinder wirbelten bereits mit, bevor der offizielle Gründungsakt in feierlichen Rahmen vollzogen werden konnte. Die Kleinen hatten ein kleines Programm aufgeführt, sangen in ihren dunkelblauen T-Shirts aus voller Seele. Erste kindgerechte Nachmittage hatten sie mit ihren Betreuern schon erlebt und sind bei der Stange geblieben. Das Betreuer-Trio hat an der Feuerwehrschule in Heyrothsberge einen speziellen Lehrgang für die Beschäftigung in Kinderfeuerwehren absolviert. "Wir üben spielerisch Fragen der Brandschutzerziehung, etwa wann und wie man einen Notruf absendet", erklärte Gehrling.

Ralf Gehrling spendet selbst 150 Euro für seine Arbeit

Und: "Alles Mögliche aus der Alltagswelt der Kinder wird in die Ausbildung spielerisch eingebaut - behutsam der Bezug zur Feuerwehr und zum Schutz von Leib und Leben hergestellt. Wir üben Knoten und andere erste Handgriffe. Bisher haben wir alle jede Menge Spaß bei der Sache." Aus eigener Tasche hat Ralf Gehrling 150 Euro für die Aufbauarbeit gespendet. Der Niederndodeleber Ortschaftsrat Ulrich Seidel, seit Jahren eng mit der Feuerwehr verbunden, hat weitere 200 Euro gespendet. Mit Spendern und Freunden feierten die Löschkinder ihre Taufe.

Wer Lust hat, mitzumachen kann an jedem zweiten Dienstag zwischen 17.30 und 18.30 Uhr am Feuerwehrhaus am Menndorfer vorbeischauen. "Wir freuen uns über jedes Kind", betonte Linda Gehrling.