Die Würdigung des Ehrenamtes stand erneut im Mittelpunkt des Frühlingsempfanges der Börde-SPD.

Hundisburg l Dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich ehrenamtlich zu engagieren, hob Angela Leuschner in ihrer Festrede zum Frühlingsempfang der Börde-SPD hervor. Ehrenamtliches Engagement koste viel Zeit, die auch Lebenszeit ist, sagte sie. "Sich ehrenamtlich zu engagieren, machen nur Menschen, die ein hohes soziales Verantwortungsbewusstsein haben", so Angela Leuschner.

Damit hatte sie auch den Kern des Frühlingsempfanges der SPD benannt. Denn alljährlich vergeben die Sozialdemokraten des Landkreises den Ehrenamtspreis. In diesem Jahr wurde das Oebisfelder Ehepaar Michaela und Oliver Wolf geehrt. Seit ihrem Zuzug nach Oebisfelde sei das Ehepaar in besonderem Maße ehrenamtlich aktiv, hob Angela Leuschner in ihrer Laudatio hervor. Bereits im Jahr 2006 gründeten sie den gemischten A-cappella-Chor "All Cantara", der mit seinen musikalischen Interpretationen und Arrangements nicht nur in Oebisfelde für gefüllte Kirchen sorgt. Unter der Leitung des ehemaligen Dresdner Kreuzchor-Sängers Oliver Wolf schlagen die jungen und jung gebliebenen Sängerinnen und Sänger Brücken zwischen den Musikepochen und Stilrichtungen, hieß es.

Vor dem Hintergrund leerer kommunaler Kassen gründeten sie 2012 den Verein "Castrum". Die ursprüngliche Idee, die Durchführung der Burgweihnacht - eines Weihnachtsmarktes in den historischen Mauern einer der älteste Burgen Europas - wurde bald durch weitere kulturelle Veranstaltungen erweitert. Neben dem alljährlichen Valentins-Dinner zählen dazu auch Liederabende und Kabarettveranstaltungen. Das vielseitige Kinderprogramm während des Burgfestes wird regelmäßig von Castrum-Mitgliedern organisiert.

"Die Stadt Oebisfelde führt solche Veranstaltungen bereits seit mehreren Jahren aus finanziellen Gründen nicht mehr durch. Der Verein hat unter der Federführung des Ehepaares Wolf weit über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheits- und Beliebtsheitsgrad erreicht", so Angela Leuschner.

Ein dritter Schwerpunkt des engagierten Ehepaares liegt in der Tätigkeit für den Heimatverein in Oebisfelde. Der aktiven Vorbereitung und schauspielerischen Leistung sind erlebnisreiche Nachtwächterwanderungen in Oebisfelde zu verdanken. Ob als Minnesänger, Schatzdiebe, beinamputierter Bettler, Mönch oder betrunkener Tavernengast - auch hier sind Michaela und Oliver Wolf mit viel Herz und Elan engagiert.

Preisträger auch aus Domersleben und Wanzleben

Für ihr ehrenamtliches Engagement erhielten zudem Siegrid Kramer und Ruth Meyer eine besondere Anerkennung. Siegrid Kramer war etwa zehn Jahre Bürgermeisterin von Domersleben für die SPD. Sie prägte die Gemeinde in der Umbruchszeit und ist bis heute noch in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv, so unter anderem in der Kirche und im Heimatmuseum. Sie sei stets aktiv und an der Gestaltung des Wanzleber Ortsteiles interessiert, hieß es zur Begründung.

Ruth Meyer erhielt die Anerkennung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Sportverein Blau-Weiß Empor Wanzleben. Seit mehr als 60 Jahren ist sie Mitglied im SV, seit mehr als 40 Jahren Schatzmeisterin im Vorstand. Nach der Wende war sie Nachwuchsleiterin im Fußball und leitet seit nunmehr 20 Jahren ehrenamtlich die Geschäftsstelle im Bördestadion.

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