Ein Gesprächscafé für Flüchtlinge und Hilfe für schulpflichtige Kinder aus Asylbewerberfamilien sind die nächsten Vorhaben des Vereins ZusammenLebenWeferlingen.

Weferlingen l Nach dem Begegnungsfest an der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, das der Verein ZusammenLebenWeferlingen organisiert hatte, saß jetzt eine kleine Gruppe aus dem Verein zusammen, um weitere Vorhaben zu besprechen. Mit dabei waren Ibrahim Shah und Mohammad isa Khan, Flüchtlinge aus Afghanistan. Beide wollten sich bedanken, dass sie in Weferlingen sicher leben können und willkommen sind. In ihrem Land herrscht Krieg, es sei sehr schlimm, berichtete Ibrahim Shah in englisch. Und er bat um Hilfe beim Deutschlernen.

Zweimal in der Woche ist Deutschunterricht im Flüchtlingsheim, er läuft in Regie der Kreisvolkshochschule. Der Unterricht sei sehr gut, aber er reicht nicht aus, sagte Ibrahim Shah. Sie möchten gern mehr Gelegenheit haben, auch deutsch zu sprechen, um schneller zu lernen. Und sie möchten gern arbeiten, sie möchten nicht alles so hinnehmen müssen, sie würden gern etwas dafür tun. Mit dem Arbeiten ist das nicht so einfach, auch wenn die Flüchtlinge unentgeltlich irgendwo helfen würden, könnte es Probleme geben. Beim Deutschlernen allerdings kann der Verein helfen. Gaby Rohr hatte bereits, als die ersten Asylbewerber nach Weferlingen kamen, erste Deutschstunden gegeben. Jetzt müsste etwas anderes entstehen, waren sich die Mitglieder des Vereins einig. In der Runde wurde beraten. Einmal in der Woche ein Gesprächscafé kann die Lösung sein. Die Flüchtlinge können ihre Deutschkurs-Unterlagen mitbringen, um etwas zu wiederholen. Einfach sehen, wie es sich entwickelt, sagen sich die Frauen und Männer. Einfach aufeinander zugehen, reden, was sich ergibt. Fragen beantworten. Am Donnerstag um 18 Uhr soll das Gesprächscafé zum ersten Mal "öffnen".

"Wir fangen in der Gemeinschaftsunterkunft an", sagt Vereinsvorsitzender Martin Krems-Möbbeck. Das Gesprächscafé soll später in den Ort verlagert werden. Pfarrer Thomas Vesterling will das Vorhaben mit dem Gemeindekirchenrat besprechen. Vielleicht kann das Kantorat auch dafür genutzt werden. Es wäre eine zentrale Stelle im Ort. Es gibt schon erste Kontakte der Kirchengemeinde zu Indern, die in der Gemeinschaftsunterkunft leben, erzählte der Pfarrer. Sie waren sonntags nach einem Gottesdienst noch geblieben, auch daraus könnte sich etwas entwickeln.

Café steht jedem offen

Das Gesprächscafé soll allen offen stehen, die gern mit den Flüchtlingen ins Gespräch kommen möchten. Die Vereinsmitglieder sind sich sicher, dass auch Weferlinger kommen werden, wenn sich das Gesprächscafé erst etabliert hat, wenn sich diese Idee herumspricht. Dass viele Einheimische den Asylbewerbern aufgeschlossen gegenüberstehen, hatte das Begegnungsfest im Juni gezeigt.

Was dem Verein noch am Herzen liegt, ist eine Unterstützung für die schulpflichtigen Kinder der Asylbewerberfamilien. Dazu will der Verein mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Kontakt aufnehmen, vielleicht könnten Gymnasiasten den Grundschülern helfen, besser mit der deutschen Sprache oder auch mit dem Rechnen zurecht zu kommen. Genauer kann das aber erst in Angriff genommen werden, wenn das neue Schuljahr beginnt, denn es ist nicht absehbar, wieviel Kinder dann im Flüchtlingsheim leben werden.

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