Wenn Anna Moritz und Christian Nolte zum weihnachtlichen Konzert in die alte Fabrik nach Althaldensleben einladen, dann ist Unterhaltung der Extraklasse garantiert. Dabei hatte das Ganze einmal, wie bei so vielen Veranstaltungen, ganz klein angefangen.

Haldensleben l "Im ersten Jahr sind wir noch vor einem halbvollen Saal aufgetreten", erinnert sich Anna Moritz an die Premiere vor zehn Jahren. Mittlerweile ist das Weihnachtskonzert zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender der Region herangewachsen und zieht jedes Jahr mehr Musikliebhaber in seinen Bann. "Aufgrund der hohen Nachfrage führen wir das Programm in diesem Jahr an drei Tagen auf", erklärt Anna Moritz.

Ein Blick auf das Programm lässt dann auch erahnen, warum sich gerade dieses Weihnachtskonzert größter Beliebtheit erfreut. Neben weihnachtlichen Klassikern wie "Leise rieselt der Schnee" und "Süßer die Glocken nie klingen", verbinden sich Arien von Händel und Hanell, Musicalsequenzen aus "Miss Saigon" und "Annie Get Your Gun" und eingängige Klavierstücke zu einem Musikgewölbe, dass der Zuschauer mit Staunen und Begeisterung durchschreitet. Gestützt durch die herrlichen Überleitungen Christian Noltes, der das Publikum auch mit amüsanten Geschichten zu unterhalten wusste, entstand schnell eine Atmosphäre, in welcher sich Publikum und Protagonisten gleichermaßen wohlfühlten.

Neben Moritz und Nolte vervollständigten Karolin Trübenbach, Bernadette Beckermann und Nathalie Parsa das musikalische und tänzerische Ensemble. So bekamen die Zuschauer an diesem Abend die Möglichkeit gleich drei Sängerinnen zu erleben, deren Vorlieben in ganz unterschiedlichen Bereichen der Musik angesiedelt sind. Glänzte Karolin Trübenbach besonders in den Musicalteilen des Programms, so war Anna Moritz und Bernadette Beckermann ihre Affinität zum Opern- und Theaterspiel ein ums andere Mal explizit anzumerken. Hinzu kamen die ausdrucksstarken bis hingebungsvoll grazilen Tanzeinlagen von Nathalie Parsa, die dem Programm eine zusätzliche künstlerische Ebene verliehen. Alles in allem ein Programm, dem das Attribut "weihnachtlich" nur in Teilen gerecht wird, da es weit mehr beinhaltet als ordinäre Weihnachtsmusik.

"Ein so vielschichtiges Programm habe ich nicht erwartet", erklärt Besucher Matthias Brink aus Magdeburg, "was natürlich für die Veranstaltung spricht." Auch Besucher Carsten Brauns, ebenfalls aus Magdeburg, findet nur lobende Worte als er meint, dass "von der Lokalität über das Programm bis hin zur Gestaltung einfach alles gepasst hat".

Initiatorin Anna Moritz hat dann auch eine Vermutung, woran das gute Gelingen in erster Linie begründet scheint. "Es hat mit der Atmosphäre zu tun, die hier im Goethesaal einfach einzigartig ist, was selbstverständlich im Großen an den Zuschauern liegt, die es uns ermöglichen jedes Jahr aufs Neue mit ihnen dieses Programm entstehen zu lassen." Fröhliche Gesichter und ein voll besetzter Goethesaal geben ihr Recht. So wäre es dann auch nicht verwunderlich, sollten Christian Nolte und Anna Moritz dem Programmheft im nächsten Jahr einen weiteren Termin hinzufügen.