Seit er Rentner ist, widmet Werner Rohde seine Freizeit der Gestaltung seines Gartens. Wasserfälle plätschern, Figuren aus Keramik und Holz zieren die Beete, auf denen wiederum Koniferen das Bild bestimmen. Die Flut machte viel Arbeit zunichte.

Kamern l "Hochwasser Juni 2013" steht auf einem Stein auf dem Gartenweg von Rohdes Grundstück. Zwei Wochen lang stand das Wasser, das sich nach dem Deichbruch bei Fischbeck seinen Weg gen Norden auch über Kamern bahnte, im Garten. Der Keller war geflutet. Zum Glück nur bis kurz unter der Decke. Wer weiß, was sonst noch passiert wäre mit dem Haus, das sich Brunhilde und Werner Rohde 1973 auf dem 3000 Quadratmeter großen Land bauten. "Das war nur Acker", ist bei Brunhilde Rohde der Stolz auf das Geschaffene herauszuhören.

Stolz sind beide auch auf das, was sie in den Wochen seit der Flut erreicht haben. Jeden Tag hatten sie gut zu tun, um die Hinterlassenschaften zu beseitigen und das Areal wieder vorzeigbar zu machen. Wie gut ihnen das gelungen ist, konnten am Sonntag die Besucher bei der "Gartenlandschaft Altmark" des Tourismusverbandes Altmark sehen. Nur an wenigen Stellen hat eine Konifere braune Nadeln. Vielleicht erholen sie sich noch? Andere verlieren erst jetzt ihr Grün.

Möbel aufgearbeitet

"Seit ich Rentner bin, widme ich mich dem Garten, man muss sich doch bewegen", sagt Werner Rohde. 20 Jahre war er zuvor als Tischler selbständig. Da blieb wenig Zeit. Zuvor fuhr er zur See. Im Töpfern fand er sein neues Hobby. Er las sich das Wissen an. Entstanden zunächst kleinere Dinge, zieren mittlerweile teils lebensgroße Figuren sowie Vasen und Gefäße das Grundstück. Und natürlich auch viele Holzarbeiten.

Dass er mit Holz umgehen kann, kommt dem Ehepaar nun nach der Flut zugute. Die gefluteten Türen und Möbel im Keller sollen aufgearbeitet werden. Vieles allerdings ist nicht mehr brauchbar. Nur eine gestickte Tischdecke, die ihr lieb ist, hat Brunhilde Rohde per Harke im Keller an dem ansonsten zu Müll gewordenen Hausrat aus dem Wasser gefischt, um sie zu retten. "Meine Gewächshäuser und der Gemüsegarten sind hin", erzählt sie und zeigt den Besuchern Fotos von der Flut. Die Fische aus dem Teich sind verschwunden, dafür schwimmt dort jetzt ein Goldfisch. Es gibt für Rohdes immer noch viel zu tun, um die Hochwasserschäden auch am Haus zu beseitigen. Sie wollen das alles schaffen. Und im nächsten Juli wieder zu "Altmark ist Garten" einladen.

   

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