Die Havelberger Ortschaft Kuhlhausen soll mit in den von Kamern ausgehenden Frau-Harke-Sagenpfad eingebunden werden. Das Vorhaben war Thema auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.

Von Ingo Freihorst

Kuhlhausen l Weil es in der Vergangenheit immer wieder Bedenken und Widerstände zu dem Vorhaben gab, war Initiator Günter Klam persönlich zur Sitzung gekommen, um für sein ehrgeiziges Projekt zu werben.

Der Pfad solle unter anderem eine Brücke zwischen dem Elbe- und dem Havelradweg schlagen, aber auch die Regionen und die dort lebenden Bürger verbinden, informierte Günter Klam. Letztendlich profitieren davon Serviceleister wie Bettenanbieter oder Gaststätten. Das alles geschieht über Gemeinde- und Ländergrenzen hinweg. Ergänzend könnten kleine regionale Rundkurse zu Lande und auf dem Wasser angeboten werden.

Ein alter Weg führte von Kamern einst durch die Feldmark in Richtung Kuhlhausen hin zur Garzer Mühle und der Havel. An markanten Punkten sollen unterwegs Sitzgruppen aufgestellt werden, erklärte Günter Klam. Geplant war eine solche ursprünglich auch für Kuhlhausen. Doch hatte sich das zerschlagen, die Kommune befürchtete zu hohe Kosten - die Sitzgruppe steht nun in Molkenberg.

Falls es gewünscht wird, könnte jedoch eine neue Sitzgruppe am Deich am Abzweig zum Karpfenteich - von Garz aus kommend - aufgestellt werden. Mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz war dazu schon Rücksprache gehalten worden, sagte Günter Klam.

Auf die für die Kuhlhausener entscheidende Frage nach den Kosten für die Kommune antwortete der Vereinsvorsitzende aus Kamern, dass die Sitzgruppen nunmehr im Eigentum des Vereins verbleiben. Die Kommune habe dort lediglich für Ordnung zu sorgen - zum Beispiel Rasen zu mähen oder Schnee zu räumen.

Die Sitzgruppe könnte mit einer Infotafel über den Ort, beispielsweise über Gaststätten und Bettenanbieter sowie über Sehenswürdigkeiten, ergänzt werden, beantwortete der Vereinsvorsitzende eine Frage von Andreas Schröder. Kuhlhausen habe den Touristen schließlich einiges zu bieten.

Was genau für Kuhlhausen geplant sei, wollte Hannes Warnstedt wissen. Je nach Wunsch könnte eine Sitzgruppe in abstrakter Frau-Harke-Form aufgestellt werden oder aber auch nicht - falls der im Aufbau befindliche Weidendom als Raststelle reichen sollte. An den Verbindungswegen zwischen den Orten sollen Feldsteine aufgestellt werden, auf denen ein Frau-Harke-Logo eingemeißelt ist.

Ortsbürgermeister Torsten Winkelmann hätte nichts gegen das Vorhaben vorzubringen, erklärte er. Der Bezug zu Kuhlhausen müsse jedoch hergestellt werden, forderte Andreas Schröder. Und Gabriele Kant wünschte sich, dass der Kamernsche Verein Rücksprache mit den Räten hält, wenn der Text für die Infotafeln geschrieben wird.

Das Gerüst für den Weidendom wurde kürzlich von einer Havelberger Baufirma am Karpfenteich errichtet. Dazu wurden Äste und Zweige von Weiden der Umgebung verbunden. Auf diese Art wurden die Bäume gleich geköpft, was zu ihrer Pflege ohnehin alle paar Jahre geschehen muss. Der Turm und die Treppe des Weidendomes müssen noch angefertigt werden.

Die Maßnahme entstand als Ausgleichsprojekt für den Naturschutz wegen der Flächenversiegelung beim kürzlich erfolgten Bau des Havelradweg-Abschnittes von Havelberg in Richtung Jederitz und Kuhlhausen.