Havelberg (asr/wma) l "Bleiben Sie schön gesund und alles Gute!" Herzlich ist die Umarmung von Sigrid Wiedenhöft, die im Havelberger Rathaus u.a. für Soziales verantwortlich ist, und Maria Manske. Auch Bürgermeister Bernd Poloski schüttelt noch einmal die Hand von Edwin Manske, klopft ihm auf die Schulter und wünscht "Schöne Weihnachten!" Alljährlich an Heiligabend macht sich Bernd Poloski auf den Weg zu den Pflegebedürftigen der Stadt. War es bisher nur das evangelische Seniorenzentrum, so ist mit der Eröffnung der Pflegeeinrichtung "Am Camps" zu Jahresbeginn ein zweites Haus dazugekommen. Insgesamt 110 Senioren und Pflegebedürftige bekamen an Heiligabend Besuch vom Stadtoberhaupt und von Sigrid Wiedenhöft. Für beide ist es eine Herzensangelegenheit, an Heiligabend von Zimmer zu Zimmer zu gehen und sich Zeit für einen Plausch zu nehmen. Denn viele der Bewohner sind ihnen gut bekannt, wie beispielsweise Edith Hantuschke. Sie war lange Direktorin der Friedrich-Wolf-Oberschule. "Weil ich damals beim Rat der Stadt für Volksbildungseinrichtungen zuständig war, hatten wir öfters miteinander zu tun", erzählt Bernd Poloski. Die 82-Jährige, die seit April "Am Camps" lebt, hat viele Fotos von den Familien ihrer drei Kinder, die in Berlin und Hamburg leben, aufgestellt. Mit den Gästen sah sie sich auch ein Foto von sich und ihrem Mann an, der als Steinmetz tätig war.

Im Zimmer von Ehepaar Manske aus Waldfrieden gab es ein herzliches "Hallo!" Denn man kennt sich von früher. Edwin Manske war Fahrer bei der LPG, hat die Milch von den Dörfern geholt und die Arbeiter im Leutewagen raus aufs Feld gefahren, auch das Essen hat er gebracht. "Ich war 1981/82 Traktorist und kenne Edwin gut", erinnert sich der Bürgermeister auch daran, dass Edwin Manske viele Jahre die Glocke der Kirche in Waldfrieden läutete. Auch Sigrid Wiedenhöft kann sich noch gut an "Onkel Manske" entsinnen, "wenn er die Milch abholte, brachte er von der Havelberger Molkerei Butter und Käse mit auf die Dörfer. Und wenn wir Kinder mal den Bus verpasst hatten oder in den Nachbarort wollten, nahm er uns gern mit." Manskes sind 61 Jahre verheiratet und gehörten zu den ersten Bewohnern des im März eröffneten Hauses.

Auch im Zimmer von Brigitte Wiggers wurden Erinnerungen wach. "Frau Wiggers war zusammen mit Elke Gratzke Gemeindeschwester. Mit der Schwalbe sind sie so wie ,Schwestern Agnes\' über die Dörfer gefahren, um die Patienten zu versorgen", berichtet der Bürgermeister, der um 1980 beim DRK beschäftigt war.

Für jeden der gut 50 Bewohner hatten die Gäste, die auf ihrem Rundgang von Einrichtungsleiterin Andrea Frommke begleitet wurden, nette Worte übrig. Nachmittags kam noch der Weihnachtsmann (Mitarbeiterin Anke Hartmann) und brachte den Bewohnern kleine Aufmerksamkeiten. Die Tütchen von der Stadtverwaltung, die Sigrid Wiedenhöft gepackt hatte, waren mit Pflegeprodukten gefüllt.

Auch im evangelischen Seniorenzentrum, einer Einrichtung des Landesausschusses für Innere Mission, freuten sich die Bewohner über den Besuch an Heiligabend. Wenige Tage vor dem Fest feierten sie bereits mit ihren Angehörigen und Gästen wie etwa ehrenamtlichen Helfern. Die Leiterin der Einrichtung, Dorette Herper, begrüßte die Anwesenden auf das Herzlichste. Auf der Gitarre von Edeltraud Vandrey begleitet, überraschten die Kinder des "Zwergenlandes" die Senioren mit einem Programm. Weihnachtslieder, die Domkantor i. R. Gottfried Förster musikalisch begleitete, erklangen, und alle sangen mit. Weiter ging es mit dem Krippenspiel, das vom Team des Hauses (Anke Rehfeldt, Christel Matelski, Stefanie Krehl, Petra Kuropka, Liane Wels, Mirko Lieberenz und Kurt Meißner) aufgeführt wurde. Dann erschien der Weihnachtsengel mit Geschenken. "Die Ehrenamtlichen bekommen ein Dankeschön für ihre Hilfe", so die stellvertretende Pflegedienstleiterin Nancy Wichmann.

Das Küchenteam hatte für beide Einrichtungen für Heiligabend Kartoffelsalat und Würstchen zubereitet, am ersten Feiertag gab es ganz klassisch Ente.

 

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