Die extreme Trockenheit treibt nicht nur Landwirten Sorgenfalten auf die Stirn. Auch Forstwirte blicken besorgt auf das Wetter. Allerdings hat der Regenmangel in den Wäldern um Klötze bisher längst nicht so dramatische Folgen wie auf den Feldern. Doch das Limit ist auch hier erreicht.

Klötze l Felder und Wälder in der Region Klötze sind knochentrocken. Seit Freitag gilt im Altmarkkreis die Waldbrandwarnstufe 5. Wälder dürfen nur noch auf Wegen betreten werden. Das macht auch Dietmar Schulze Sorgen. Der Revierleiter Klötze im Landesforstbetrieb: "Besonders in den Nadelholzbeständen ist die Gefahr groß. Ein Funke genügt..."

Doch die ungewöhnlich lange andauernde Dürreperiode hat noch andere Folgen für die Baumbestände um Klötze. Dietmar Schulze und seine Mitarbeiter mussten sich in den vergangenen Wochen noch um die Sturmschäden vom April kümmern. 6000 Festmeter Schadholz galt es in der Gemarkung zu beseitigen. Das Problem: "Wir standen wegen der Trockenheit mächtig unter Zeitdruck, weil sonst der Lärchenbaumkäfer das liegende Holz befallen und sich rapide entwickeln könnte", erläutert Schulze. Danach würden die Käfer ausschwärmen und die stehenden Bäume befallen. "Vorige Woche sind wir fertig geworden. Das ging gerade noch mal gut", freut sich der Revierleiter.

Weil es sich um sogenannte Flächenwurzler handelt, die keine tiefreichenden Pfahlwurzen ausbilden, waren von dem Sturm besonders Lärchen und Fichten betroffen. Einige Bäume brachen ab, andere fielen mit dem Wurzelteller um. Rund 500 Hektar mussten so wegen der Schäden abgearbeitet werden, fünf bis sechs Festmeter Schadholz pro Hektar kamen zusammen.

Bäume können kaum Harz gegen die Käfer ausbilden

Ist das Holz der lebenden Bäume erst von dem Käfer befallen, können sie sich wegen der Dürre nur schlecht gegen die Schädlinge wehren. Beispielsweise können sie kaum Harz ausbilden, erklärt Dietmar Schulze. "Dann dürfen wir uns sehr schnell von einem Hektar Baumbestand verabschieden", verweist er auf die Folgen.

Ausgewirkt hat sich der ausbleibende Regen schon jetzt auf die aufgeforsteten Bäumchen vom Frühjahr. "Bei den jungen Buchen haben wir einen Ausfall von 30 Prozent, bei der Douglasie von 10 Prozent", schätzt Dietmar Schulze. Insgesamt sind rund 12 Hektar aufgeforstet worden. Die Zahl der Schäden zeigt deutlich den Vorteil der Douglasie: Dieser Nadelbaum ist widerstandsfähiger, weshalb er mancherorts verstärkt zum Einsatz kommt. In der Region Klötze steht laut Dietmar Schulze die Buche an erster Stelle, gefolgt von Kiefern, Eichen und Douglasien.

Schäden an den Baumbeständen durch die Trockenheit sind rund um Klötze nur wenig sichtbar. "Die Bäume überstehen eine gewisse Trockenphase und kompensieren den Wassermangel", erläutert Dietmar Schulze den Grund. Sie würden nicht so viel Energie in das Blattwachstum investieren, sondern mehr in die Wurzeln, um tiefere Wasserschichten zu erreichen. Aber wenn die Wassersäule in den Leitungsbahnen bis zu den Blättern unterbrochen werde, bildeten sich Bläschen und es kommt zu Ausfallerscheinungen. "Die Rinde könnte reißen, Pilze dringen ein, die Bäume sind nicht mehr so widerstandsfähig und können keine Reserven bilden", zählt Dietmar Schulze auf.

Trockene Frühjahre häufen sich zunehmend

Er hofft dringend auf Niederschläge, denn die Grenze der Phase, die die Bäume noch verkraften können, ist erreicht. "Regen könnte die Bestände noch retten", sagt Dietmar Schulze und spricht von einer Tendenz, die sich inzwischen beim Wetter abzeichnet: "In den vergangenen zehn Jahren waren die Frühjahre bis auf Ausnahmen sehr trocken. Das aber ist die Hauptwachstumsphase und wichtig für die Aufforstung." Diese Beobachtung wirkt sich bereits auf die Arbeit der Forstleute aus. Entgegen der Empfehlung lässt Dietmar Schulze Douglasien erst im Herbst pflanzen, wenn die Trockenphase vorbei ist.

Wenig Probleme sieht Dietmar Schulze in den 3500 Hektar Landesforst im Revier Klötze mit dem Eichenprozessionsspinner. Befall mit den Raupen gibt es nur punktuell.